Letztes Update am Mi, 21.11.2018 13:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europas Versicherer steigen zunehmend aus Kohlegeschäft aus



Wien (APA) - Versicherer in Europa steigen vielfach weitgehend aus der Versicherung der Kohleindustrie aus oder fahren ihre Investments zurück. So haben beispielsweise die europäischen Branchenriesen Allianz, Generali, Axa und Munich Re ihren Rückzug aus dem Geschäft mit der Kohle erklärt.

Die österreichischen Versicherungen UNIQA und Vienna Insurance Group (VIG) haben sich laut „Presse“ (Mittwochausgabe) in Osteuropa ein Kohleportfolio aufgebaut. Die UNIQA will auch aussteigen. Die UNIQA sehe Strategie vor, dass man sich aus der Kohleindustrie zurückziehen, ab 2019 werde man kein neues Geschäft mehr in diesem Bereich zeichnen, bestätigte ein Sprecher den Zeitungsbericht.

Die VIG verweist laut „Presse“ auf die hohe Autonomie ihrer Tochtergesellschaften: „Wir mischen uns nicht ein, wie unsere lokalen Töchter ihr Geschäft betreiben“, so VIG-Sprecher Wolfgang Haas. Es gebe aus der Zentrale gewisse Vorgaben für das Versicherungsgeschäft und die Veranlagung, aber derzeit nicht für das Kohlegeschäft. Die VIG schaue sich aber genau an, wie sie in Zukunft mit dem Thema Kohle umgehen werde. Die VIG verweist auch darauf, dass Kohle in Osteuropa vielfach als stabiler nationaler Energielieferant und Jobmotor gesehen werde. In fast allen Märkten, in denen die VIG tätig sei, gebe es kein Kohleausstiegsszenario von Seiten der Politik, heißt es aus dem Unternehmen.

„Kohle ist nicht mehr versicherbar“, sagt Greenpeace-Österreich-Klimaexperte Adam Pawloff laut „Presse“. „Die Versicherungsriesen in Österreich sollen sich ein Beispiel an Generali nehmen und der Versicherung von Kohle ein Ende setzen.“




Kommentieren