Letztes Update am Mi, 21.11.2018 15:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mangel an Grippeimpfstoff in Deutschland - Bisher nicht in Österreich



Berlin/Wien (APA/dpa) - In Deutschland werden in manchen Regionen derzeit die Grippe-Impfstoffe knapp. In Österreich sind hingegen sechs von acht zugelassenen Vakzinen laut Österreichischer Apothekerkammer beim pharmazeutischen Großhandel von den Apotheken bestellbar. Die Apotheken selbst hätten auch Vakzine eingelagert.

„Alles, was jetzt kommt, wird nicht mehr geimpft“, sagte hingegen beispielsweise der Geschäftsführer der Apothekenkammer des Saarlandes in Deutschland, Carsten Wohlfeil. „Bei allen Lieferanten ist momentan nichts zu holen“, erklärte Stefan Fink, Vorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes. Auch aus anderen deutschen Bundesländern wie Sachsen, Niedersachsen und Hessen wurden Lieferverzögerungen oder Engpässe gemeldet.

„Die Patienten haben in diesem Jahr möglicherweise viel früher angefangen, sich impfen zu lassen“, sagte Susanne Stöcker, Sprecherin des deutschen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI). „Ob sich auch insgesamt mehr Menschen impfen lassen oder die Impfungen nur früher stattfinden, können wir noch nicht wissen.“ Sie hält die große Grippewelle in der vergangenen Saison für einen möglichen Grund für das aktuelle Interesse. Dadurch seien vermutlich mehr Menschen für das Thema sensibilisiert. In Deutschland zahlen die Krankenkassen die Impfung mit dem empfohlenen Vierfach-Impfstoff.

In Österreich gibt es laut einem Sprecher der Österreichischen Apothekerkammer bisher keine Probleme. „Von den acht zugelassenen Vakzinen sind über den Großhandel sechs verfügbar“, sagte er Mittwochnachmittag. Hinzu kämen die recht guten vorhandenen Bestände in den Apotheken selbst. Derzeit könnten alle Patienten, welche wegen der Vakzine nachfragten, versorgt werden.

Eine plötzliche Hysterie ist nicht angesagt: Die Österreicher lassen sich nämlich gegen die Influenza seit vielen Jahren kaum impfen. In der Influenza-Saison 2017/2018 wurden abzüglich der Retouren rund 558.000 Dosen der Vakzine abgegeben. Das entspricht einer theoretischen Durchimpfungsrate von 6,36 Prozent. 2006/2007 waren es noch 15,36 Prozent gewesen. Bisher haben die Virologen der MedUni Wien nur vereinzelt Influenza in den eingesendeten Proben gefunden. Es wäre also noch Zeit, sich immunisieren zu lassen. Dazu raten die Experten jedes Jahr wieder.




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