Letztes Update am Mi, 21.11.2018 15:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kosovo verdoppelte Zölle für Waren aus Serbien



Prishtina (Pristina)/Belgrad (APA) - Kosovos Regierung hat am Mittwoch die Zölle für Waren aus Serbien um 100 Prozent erhöht. Dies hat auf Twitter Vizepremier Enver Hoxhaj mitgeteilt. Er hat die Entscheidung mit einer „aggressiven Kampagne“ Serbiens gegen den Kosovo auf internationaler Ebene erläutert. Er beschuldigte Belgrad auch für die „Untergrabung vom Normalisierungsprozess“.

„Um die lebenswichtigen Interessen zu schützen, hat Kosovos Regierung heute beschlossen, die Zollabgaben (für die Ware aus Serbien, Anm.) um 100 Prozent anzuheben“, teilte Hoxhaj mit.

In der Vorwoche hatte die Regierung in Prishtina bereits beschlossen, die Zölle für Ware aus Serbien und Bosnien-Herzegowina um 10 Prozent anzuheben. Serbien hatte dies als einen Verstoß gegen das regionale Freihandelsabkommen CEFTA bezeichnet. Serbiens Exporte in den Kosovo sind laut Amtsangaben bereits um 40 Prozent gesunken.

Der Kosovo war am Dienstag im Versuch gescheitert, in die internationale Polizeiorganisation Interpol aufgenommen zu werden. Im Votum bei der Interpol-Generalversammlung in Dubai erhielt der jüngste Staat Europas nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit. Serbiens Behörden hatten zuvor wochenlang eine internationale Kampagne gegen die Aufnahme des Kosovo geführt.

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic hatte in der Vorwoche die Fortsetzung des Normalisierungsdialogs mit Prishtina an die Abschaffung der erhöhten Zölle geknüpft.




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