Letztes Update am Do, 22.11.2018 08:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Ein unsichtbarer Faden verbindet uns“: Drittes Schottenfest in Wien



Wien (APA) - Kultur, Musik und eine gemeinsame Geschichte: Wenn von 30. November bis 2. Dezember das dritte Schottenfest in Wien über die Bühne geht, stehen wieder unterschiedlichste Querverbindungen zwischen Irland, Schottland und Österreich im Fokus. „Ein unsichtbarer Faden verbindet uns“, erklärt Mitorganisator Shane O Fearghail und meint damit mehr als „das Leben in diesem wunderbaren Schmelztiegel“.

Obwohl genau das schnell ins Auge sticht: Denn wer sich etwa im Ersten Bezirk rund um das Schottenstift umsieht, wird allerlei keltische Einflüsse entdecken. „Für uns geht es auch um die Frage: Wissen die Leute hier eigentlich, woher diese Namen kommen?“, erklärt O Fearghail gegenüber der APA die Stoßrichtung des Festivals. So wird etwa Diarmuid O Riain von der Universität Wien am 1. Dezember über die Geschichte des Stifts referieren, während am Tag davor das nahegelegene Pub Molly Darcy‘s Schauplatz der eröffnenden „Trad Session“ ist, bei der ursprüngliche Folksongs ebenso erklingen werden wie Eigenkompositionen.

Immerhin hat der Vienna Songwriting Circle, der hinter dem Schottenfest steht, etliche profilierte Musiker in seinen Reihen. Diese werden allen voran von irischen Kollegen ergänzt, greift beim Hauptevent am 1. Dezember im Theater am Spittelberg doch etwa Mundy in die Saiten, versprüht seinen ganz eigenen Charme und wird wohl nicht nur das „Galway Girl“ besingen. Das Vorprogramm bestreiten Landsmann David Keenan, der durchaus poppige Zwischentöne in seine melancholischen Songs packt, und Sängerin Emma Langford.

Müsste man für die Künstler einen gemeinsamen Nenner finden, so wäre es ihre Rolle als Geschichtenerzähler. „Das verbindet sie“, unterstreicht Mark Peters, ebenfalls für das Festival verantwortlich. „Ihr textlich sehr eloquenter Ansatz speist sich auch aus einer keltischen Tradition. Und es ist gar nicht mehr so einfach, heutzutage Künstler zu finden, die ihre Lieder so kunstvoll fertigen.“ Das Schottenfest soll in dieser Hinsicht auch einen Gegenpol zur schnellen Verwertungsmaschinerie des Popbusiness darstellen. „In diesen Geschichten liegt so viel Kraft“, verspricht Peters.

Komplettiert wird das Aufgebot von einem Songwriting-Workshop am 2. Dezember, den Ray Heffernan leitet. Der Ire, der für so namhafte Kollegen wie Robbie Williams oder Wallis Bird Lieder verfasst hat, wird sein Wissen und Können aber nicht nur teilen, sondern im Laufe des Tages auch in die Tat umsetzen. Gemeinsam mit dem schottischen Musiker Stuart Neville bestreitet er das Nachmittagsprogramm im Keller des Schottenstifts, bevor am Abend eine „Wrap Party“ etliche Künstler des Wochenendes nochmals versammelt.

(S E R V I C E - 3. Schottenfest von 30. November bis 2. Dezember in und um das Schottenstift sowie im Theater am Spittelberg. Details und Tickets unter www.schottenfest.com)




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