Letztes Update am Do, 22.11.2018 11:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pensionskassenberechtigte müssen 2018 mit negativen Renditen rechnen



Wien (APA) - Die generelle Schwäche der Aktienmärkte hat sich in diesem Jahr bisher auch nachteilig auf die Performance der heimischen Pensions- und Vorsorgekassen ausgewirkt. Die Pensionskassenberechtigten müssten deshalb heuer damit rechnen, dass die aus den letzten Jahren gewohnte gute Performance diesmal ausfällt. „Es muss mit einer Korrektur am Markt gerechnet werden“, so Mercer-Expertin Michaela Plank.

Per Ende September erzielten die überbetrieblichen Pensionskassen eine durchschnittliche Performance von -1,14 Prozent, die Vorsorgekassen von -0,11 Prozent. Im Oktober 2018 hatten die Aktien neuerlich einen schweren Stand und mussten stark an Gewinnen einbüßen. Dies habe alle Pensionskassen nochmals massiv getroffen, teilte das Beratungsunternehmen Mercer am Donnerstag mit.

Die Bandbreite der Renditen bewegt sich bei den Pensionskassen zwischen 1,13 bis -2,77 Prozent, bei den Vorsorgekassen zwischen 0,30 und -0,50 Prozent. Bei den Pensionskassen wurde sowohl der Top-Wert als auch das schlechteste Ergebnis jeweils in der dynamischen Veranlagungsklasse erzielt, also jener mit dem höchsten Aktienanteil und damit auch der höchsten Marktvolatilität.

Versorgekassen dürfen keine Verwaltungskosten abziehen, wenn die Veranlagungserträge eines Geschäftsjahres für die Vergütung nicht ausreichen, erinnert Plank. Längerfristig, seit Jahr 2004, betrage die durchschnittliche Performance 2,26 Prozent.

„Die Pensionskassen werden sich bis Jahresende klar positionieren müssen. Entweder sie bleiben investiert und hoffen auf eine Jahresend-Rally - oder sie sichern doch die bisherige Performance ab, um mögliche Schwankungen zum Jahresende zu umgehen“, so Plank.

Hervorgehoben wird vom Beratungsunternehmen, dass die Vorsorgekassen eine Pionierrolle beim Thema Nachhaltigkeit in Österreich übernehmen. „Die Investitionen erfüllen die definierten Nachhaltigkeitskriterien und können sich im internationalen Vergleich sehen lassen“, so Mercer-Expertin Angelika Delen.

Weit verbereitet ist demnach die Messung des CO2-Fußabdruckes von Teilen des Portfolios. Eine andere Vorsorgekasse habe als erster Finanzdienstleister im deutschsprachigen Raum das internationale Montreal Pledge-Abkommen unterzeichnet und verpflichte sich damit, diese Kennzahl für das Aktienportfolio jährlich auszuweisen. Auch andere Anbieter würden diesen Wert messen, aber daraus noch keine Konsequenzen für Investitionen ableiten.

Praktisch universell verbreitet sei auch der Ausschluss von CO2-intensiven Industrien wie Kohleförderung oder Fracking. Viele Vorsorgekassen hätten sich darüber hinaus aus Staatsanleihen von Ländern zurückgezogen, die das Pariser Klimaabkommen nicht ratifiziert haben.

Neben Ausschlusskriterien und Divestments seien den Vorsorgekassen aber auch Investitionen in Unternehmen wichtig, die beispielsweise alternative Energien oder Aufforstungsprojekte unterstützten. Darüber hinaus werde der CO2-Fußabdruck des eigenen Unternehmens genau beobachtet und, wenn möglich, verringert oder durch Investitionen neutralisiert.




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