Letztes Update am Do, 22.11.2018 12:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erwerbsprognose - Zuwanderung führt zu Anstieg an Erwerbsbeteiligung



Wien (APA) - Die Zahl der Beschäftigten in Österreich wird bis 2050 um rund fünf Prozent steigen. Ohne Zuwanderung würde das Angebot an Arbeitskräften bis dahin um 17 Prozent zurückgehen, geht aus der neuen Erwerbsprognose der Statistik Austria hervor, die am Donnerstag in Wien präsentiert wurde. Bis 2080 würde das Arbeitskräfteangebot ohne Zuwanderung sogar um 35 Prozent schrumpfen.

Ein Großteil des Anstiegs an Arbeitskräften sei mit internationaler Zuwanderung abgedeckt, erklärte Statistik Austria-Chef Konrad Pesendorfer. Es werden aber auch deutlich mehr älteren Personen und Frauen arbeiten. So nimmt die Zahl der über 55-jährigen Erwerbspersonen zwischen 2017 und 2050 um mehr als die Hälfte zu (von 0,69 Mio. auf 1,06 Mio.). Damit steigt der Anteil älterer Erwerbspersonen an der gesamten Erwerbsbevölkerung von 15 Prozent im Jahr 2017 auf 22 Prozent im Jahr 2050, so Alexander Hanika, der die Prognose erstellt hat. Hingegen sinkt die Anzahl von Erwerbspersonen im Haupterwerbsalter (35 bis 45 Jahre) bis 2050 geringfügig von 2,26 Mio. auf 2,17 Mio.

Lag der Anteil der Frauen an den Erwerbspersonen 2017 noch bei 46,6 Prozent, wird sich dieser bis 2050 auf rund 49 Prozent erhöhen, prognostizierte Hanika. Vor allem ältere Frauen ab 55 Jahren sorgen hier für Zuwächse. Die Erwerbsquote von Frauen steigt von 2017 bis 2050 fast fünfmal so stark wie jene der Männer (Frauen Plus 9,5 Prozentpunkte und Männer Plus 2,2 Prozentpunkte).

Langfristig werden hierzulande künftig rund vier von fünf Personen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren am Arbeitsmarkt aktiv sein. Die allgemeine Erwerbsquote steigt von 76 Prozent im Jahr 2017 auf 81,8 Prozent im Jahr 2050. Dabei ist in Wien der stärkste Anstieg zu erwarten: die Zahl der Erwerbspersonen steigt in der Bundeshauptstadt um 15 Prozent bis 2050. Bereits nach 2020 werden mehr als eine Million Erwerbspersonen in Wien wohnen. Wien sei vor allem wegen guter Jobaussichten und Ausbildungsmöglichkeiten für internationale Zuwanderung attraktiv, so Pesendorfer. Sinkende Zahlen erwartet Hanika vor allem in Kärnten - hier soll die Zahl der Erwerbspersonen bis 2015 um 8 Prozent zurückgehen.

( 1167-18, Format 88 x 128 mm)

~ WEB http://www.statistik.at/ ~ APA232 2018-11-22/12:20




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