Letztes Update am Do, 22.11.2018 12:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Haradinaj: Zollaufhebung nur bei Anerkennung des Kosovo durch Belgrad



Prishtina (Pristina)/Belgrad (APA) - Der kosovarische Ministerpräsident Ramush Haradinaj hat die Aufhebung der Sonderzölle für Waren aus Serbien und Bosnien-Herzegowina an die Anerkennung seines Landes durch Serbien geknüpft. Solange Serbien den Kosovo nicht anerkannt habe, sollen die Zölle bleiben, erläuterte Ministerpräsident Haradinaj die Regierungsmaßnahme laut Medienberichten im Parlament.

Die kosovarische Regierung hatte am Mittwoch Strafzölle von 100 Prozent gegen Serbien beschlossen. Zur Begründung wurde die überraschende Ablehnung des Interpol-Beitrittsantrags des Kosovo angegeben, das von Serbien als großer diplomatischer Sieg im Kampf gegen die Unabhängigkeit des Kosovo gefeiert wurde. Serbien und Bosnien-Herzegowina lehnen es ab, die 2008 ausgerufene Unabhängigkeit des Kosovo anzuerkennen.

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hatte in der Vorwoche die Fortsetzung des von der Europäischen Union 2011 initiierten Normalisierungsdialogs zwischen Belgrad und Pristina (Prishtina) an die Aufhebung der Zollanhebung durch Prishtina geknüpft. Vucic erläuterte am Mittwochabend, dass die jüngste Entscheidung der kosovarischen Regierung den serbischen Export in den Kosovo praktisch stoppen würde.




Kommentieren