Letztes Update am Do, 22.11.2018 15:09

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


IAEA-Verdacht: Nordkorea setzt Bau von Atomreaktoren fort



Wien/Den Haag (APA/Reuters/dpa) - Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat den Verdacht, dass Nordkorea weiter an Nuklearreaktoren im Atomkomplex Yongbyong baut. Es seien mögliche Arbeiten am Kühlsystem der Reaktoren beobachtet worden, sagte IAEA-Chef Yukiya Amano am Donnerstag vor dem Gouverneursrat der Organisation in Wien.

Amano sprach vor dem Gremium mit Vertretern aus 35 Staaten auch von Aktivitäten, „die mit der Herstellung atomarer Komponenten“ für den noch unfertigen Reaktor zu tun haben könnten. Der Verdacht könne aber nur bei einer Vor-Ort-Inspektion erhärtet oder ausgeräumt werden.

Nordkorea verweigert seit 2009 den Inspekteuren der IAEA den Zutritt. Seitdem überwacht die IAEA das Land per Satellit. Die USA und Nordkorea haben einen politischen Prozess gestartet, an dessen Ende die atomare Abrüstung des asiatischen Landes stehen soll.

Amano bestätigte am Donnerstag die Ergebnisse des in der vergangenen Woche veröffentlichten IAEA-Quartalsberichts, demnach sich der Iran trotz der neuen US-Sanktionen an das Internationale Atomabkommen (Joint Comprehensive Plan of Action, JCPOA) halte. Es sei wichtig, dass sich der Iran auch in Zukunft an die Abmachungen halte, sagte der IAEA-Chef.

Zu den Auswirkungen der neuen US-Sanktionen, die am 5. November in Kraft getreten sind, äußerte er sich nicht. US-Präsident Donald Trump hatte das 2015 erzielte Internationale Atomabkommen aufgekündigt. Im Zuge dessen wurden von den USA Strafmaßnahmen, die als Teil des Abkommens ausgesetzt waren, wieder eingeführt. Damit wollen die USA den Iran zu Neuverhandlungen über ein wesentlich strengeres Abkommen zwingen.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen die Vereinbarungen von 2015 jedoch retten. Aus diesem Grund hat die EU eine Zweckgesellschaft angekündigt, um die US-Handelssanktionen zu umgehen. Da bisher jedoch kein Land gefunden werden konnte, das sich bereiterklärte, ein derartiges „Special Purpose Vehicle“ (SVP) zu beherbergen, wachsen die Zweifel, ob die europäischen Maßnahmen die US-Sanktionen aufwiegen können. Teheran hatte gedroht, das Abkommen zu brechen, sollten die verbleibenden Unterzeichnerstaaten und ihre Verbündeten die wirtschaftlichen Vorteile des Deals für den Iran nicht erhalten können.

Die USA werfen dem Iran zudem vor, nicht alle seine Chemiewaffen bei der Organisation zum Verbot Chemischer Waffen (OPCW) gemeldet zu haben. Seit längerem hegten die USA den Verdacht, dass der Iran ein entsprechendes Programm unterhält, was das Land nicht bei der Organisation angegeben habe, sagte der US-Botschafter bei der Behörde, Kenneth Ward, am Donnerstag bei einer OPCW-Konferenz. Seitens des Iran gab es keine unmittelbare Reaktion auf die Äußerungen.

~ WEB http://www.iaea.org/ ~ APA372 2018-11-22/15:06




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