Letztes Update am Do, 22.11.2018 18:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zürcher Börse schließt im Minus



Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag nicht auf Touren gekommen und hat den ganzen Tag über nicht aus dem roten Bereich gefunden. Der Leitindex SMI bewegte sich dabei in einem Band von nur 60 Punkten um die Marke von 8.800 Zählern. Händler sprachen von einem trägen Handel mit niedrigem Volumen; dies habe zum Teil auch für etwas zufällige Bewegungen gesorgt.

Der Hauptgrund dafür war, dass die US-Börsen wegen des „Thanksgiving“-Feiertags geschlossen blieben und die US-Investoren auch dem hiesigen Handel fernblieben. Die leichten Einbußen nach dem positiven Vortag erklärten sich Analysten mit den anhaltenden Sorgen um Italien, wo Regierungsvertreter ihre unnachgiebige Haltung im Budgetstreit mit der EU bekräftigten. Positiv zur Kenntnis genommen wurden hingegen Fortschritte im Brexit-Dossier, wo sich die Unterhändler nun im Prinzip einig sein sollen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,68 Prozent tiefer bei 8.781,29 Punkten. Diese Woche hat der SMI somit schon knapp 170 Punkte verloren, womit vor dem letzten Handelstag die Chancen auf eine positive Wochenbilanz gering sind. Der breite Swiss Performance Index (SPI) büßte am Donnerstag um 0,55 Prozent auf 10.286,86 und der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) 0,63 Prozent auf 1.359,76 Zähler ein. Bei den 30 Blue Chips schlossen 22 im Minus und nur acht im Plus.

Tagesverlierer im SMI/SLI waren Vifor Pharma (-2,0 Prozent), welche von einer Kurszielsenkung durch Kepler Cheuvreux belastet wurden. Die Analysten kamen zum Schluss, dass Vifor wie kein anderes Pharmaunternehmen durch einen neuen Therapieansatz bei Anämie (Blutarmut) unter Druck geraten könnte.

Deutliche Einbußen verzeichneten dahinter die Großbankenpapiere der Credit Suisse (-1,6 Prozent). Auch mit den UBS-Wertpapieren (-1,2 Prozent) ging es relativ deutlich bergab. Beide Titel hatten sich am Vortag überdurchschnittlich stark gezeigt.

Zu den größten Verlierern zählten weitere Titel, die am Vortag bei der technischen Erholung noch zugelegt hatten. Dazu gehörten insbesondere die Papiere des Halbleiterherstellers S (-1,5 Prozent), welche damit ihre Talfahrt wieder aufnahmen.

Verluste von mehr als 1 Prozent erlitten außerdem noch LafargeHolcim, Clariant, ABB, Swiss Re und Logitech.

Bei der Zurich (-0,9 Prozent) hielt sich die Aufregung über Aussagen von Konzernchef Mario Greco in Grenzen. Er sprach sich gegen einen großen Zusammenschluss aus. Zurich wird immer wieder als mögliches Übernahmeziel für die Allianz oder für die italienische Generali genannt, wobei unter Händlern zuletzt die Allianz als mögliche Käuferin etwas stärker in den Fokus gerückt war.

Die drei Schwergewichte fielen nicht groß auf und rangierten im Mittelfeld. Dies galt auch für Roche (-0,7 Prozent), obwohl der Pharmakonzern eine weitere Zulassung für das Krebsmedikament Venclexta vermeldete. Der Handel bei den drei Schwergewichten war im übrigen symptomatisch für die relative Ruhe an der hiesigen Börse: Bei allen drei Titeln waren die gehandelten Volumina sehr tief und betrugen zum Teil nur gut die Hälfte eines durchschnittlichen Wertes.

Bei den wenigen Gewinnern stachen Sonova (+3,1 Prozent) positiv hervor. Die Papiere des Hörgeräteherstellers hatten schon am Vortag deutliche Kursgewinne verzeichnet und damit die Scharte vom Dienstag ausgewetzt, als das Unternehmen mit seinen Halbjahreszahlen 2017/18 enttäuscht hatte.

Relativ deutlich legten dahinter einzig Kühne+Nagel (+0,7 Prozent) sowie Temenos (+0,6 Prozent auf 121,40 Franken) zu. Bei den Papieren des Bankensoftwareherstellers hätten wohl Schnäppchenjäger zugeschlagen, war im Handel zu hören. Die Temenos-Aktie war seit dem Spätsommer von gut 180 auf unter 120 Franken abgestürzt.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA484 2018-11-22/18:43




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