Letztes Update am Fr, 23.11.2018 10:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Polizisten wüst beschimpft und Mann verletzt: Prozess in Eisenstadt



Eisenstadt (APA) - Ein 21-jähriger Burgenländer ist am Freitag in Eisenstadt vor Gericht gestanden, weil er drei Polizisten im Juli mehrfach wüst beschimpft und einem Mann einen Nasenbeinbruch zugefügt haben soll. Was er von der Exekutive hält - obwohl sein Opa selbst Polizist war - hat er sich auch tätowieren lassen. Das gefiel Richterin Birgit Falb zwar nicht, dennoch bot sie dem Angeklagten eine Diversion an.

„Heut wirken Sie wie ein Lämmchen“, sagte Falb. Was sich am 15. Juli abgespielt hat, war allerdings nicht lammfromm. Staatsanwalt Anton Paukner sprach von mehrmaligen „herablassenden Äußerungen“ gegenüber der Exekutive. Die Anklagebehörde warf dem 21-Jährigen, der derzeit Zivildienst in einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche leistet, neben Beleidigung und Körperverletzung auch das Vergehen der Nötigung vor. Er soll zu einem Mann, der den Streit schlichten wollte, gesagt haben wenn er sich einmische, dann werde er ihm auch „in die Goschn schlagen“.

Generell konnte sich der Angeklagte nicht an den Vorfall erinnern. Es ging um Zigaretten, die er von jenem Mann, den er später ins Gesicht schlug, haben wollte. „Ich habe mich mit Schnaps betrunken, was ich sonst nie mache, mich mit meiner Freundin gestritten und dann ist eins zum anderen gekommen“, schilderte er. Richterin Falb hielt ihm auch seine Tätowierungen vor: „Wenn man den Akt liest, glaubt man, Sie sind ein Polizistenhasser“. Der 21-Jährige bestritt dies. Seinen gegenüber Polizisten negativ gerichteten Körperschmuck bezeichnete sie als „unmöglich“ und riet ihm dazu, sich diese „entfernen oder übertätowieren zu lassen“ und ergänzte: „Und wenn Sie eine Polizeikontrolle haben, sinds recht freundlich“.

Da der 21-Jährige bisher keine Vorstrafen aufwies und die Verantwortung für sein Handeln übernahm, stellte Sie ihm eine diversionelle Erledigung in Aussicht. Allerdings musste sich der Angeklagte zuvor bei den betroffenen Beamten entschuldigen und ihnen die Hand reichen. Ein Polizist wollte das allerdings nicht - auch nicht, nachdem Falb dem Inspektor erklärt hatte, dass sie ihm „eh die Leviten gelesen“ habe. Bei jenem Mann, der den Nasenbeinbruch erlitten hatte, hatte er sich bereits im Vorfeld entschuldigt und ihm 1.000 Euro gezahlt.

Der Angeklagte muss nun 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. „Ich möchte, dass Sie das spüren“, so Falb. Außerdem gab sie ihm auf den Weg: „So etwas darf nie wieder vorkommen. Beim nächsten Mal gibt‘s eine Verurteilung“.




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