Letztes Update am Fr, 23.11.2018 13:09

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sparer in Österreich sind besonders furchtsam



Wien (APA) - Österreichische Sparer sind im Vergleich mit Sparern aus fünf anderen europäischen Ländern besonders furchtsam. Sie halten trotz Niedrigzinsen an ihrem bisherigen Sparverhalten fest und scheuen Wertpapiere. 49 Prozent fürchten sich einer Studie zufolge vor Marktschwankungen und Verlusten bei Veranlagungen am Kapitalmarkt - europaweit sind es 22 Prozent.

„‘Furcht vor dem Unbekannten‘ lässt Anleger in der Tatenlosigkeit verharren“, so die Kapitalanlagegesellschaft J.P. Morgen Asset Management am Freitag in einer Pressemeldung zum aktuellen „Income-Barometer“. Sie macht dafür fehlendes Finanzwissen und fehlende Beratung verantwortlich.

Die Hälfte der europäischen Sparer zeigt sich laut Umfrage mit den Sparzinsen in der bisher zehnjährigen Niedrigzinsphase unzufrieden, in Österreich sind es sogar 58 Prozent. Aber nur 7 Prozent der europäischen Befragten sind von Spareinlagen auf Kapitalmarktinvestments umgestiegen. Weitere 7 Prozent haben ihre Sparquote erhöht. 43 Prozent haben nichts gemacht. In Österreich sind immerhin 14 Prozent aktiv geworden.

Ein Hauptgrund, warum aus Sparern keine Anleger werden, ist laut Studie fehlendes Kapitalmarktwissen. 23 Prozent der rund 8.200 Umfrageteilnehmer aus Großbritannien, Belgien, Italien, Spanien, Deutschland und Österreich gaben an, dass sie das Thema nicht verstehen und deshalb lieber die Finger davon lassen. In Österreich sind es 31 Prozent. Jeder zehnte in Europa und 15 Prozent in Österreich gaben fehlende Beratung als Grund für ihre Kapitalmarktabsenz an. 17 Prozent konnten keinen Grund dafür nennen.

Die Unsicherheit sei europaweit groß und betreffe Themen wie Sparziele, Anlagehorizont oder Risikobereitschaft, so die Anlageexperten. So sei etwa 57 Prozent der Befragten nicht bekannt, dass sich mit Aktien und Anleihen Erträge in Form von Dividenden und Zinsen erwirtschaften lassen, die unabhängig von Kapitalmarktschwankungen ausgezahlt werden. In Österreich ist dieser Anteil mit 35 Prozent deutlich niedriger.

Auch zeigt die Umfrage, dass es Nachfrage von Sparern an ertragsorientierten Anlagelösungen gibt. 29 Prozent sind an Anlageformen interessiert, die regelmäßig Erträge bieten.




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