Letztes Update am Fr, 23.11.2018 13:53

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kosovo - Drei Verdächtige im Mordfall Ivanovic festgenommen



Prishtina (Pristina) (APA) - Die kosovarische Polizei hat Freitag früh in der von Serben bewohnten Stadt Nord-Mitrovica vier Personen festgenommen. Laut Polizeiangaben werden drei Festgenommene mit der Ermordung des gemäßigten kosovo-serbischen Politikers Oliver Ivanovic in Verbindung gebracht. Eine vierte Person wurde nach Polizeiangaben festgenommen, weil sie sich der Polizeiaktion widersetzte.

Bei den Festgenommenen handelt es sich um im Kosovo wohnhafte Serben. Nach Medienberichten sind zwei Festgenommene Angehörige der kosovarischen Polizei.

Außerdem wird nach einer weiteren Person gefahndet, bei der es sich laut Medien um den Geschäftsmann Milan Radoicic aus Nord-Mitrovica handeln soll. Am Freitag wurde nach Berichten des Belgrader TV-Senders „N1“ sein Wohnhaus durchsucht, er wurde jedoch nicht zu Hause vorgefunden.

Ivanovic war am 16. Jänner dieses Jahres vor der Räumlichkeiten seiner Partei in Nord-Mitrovica ermordet worden. Radoicic war von Medien in Prishtina, aber auch in Belgrad wiederholt mit der Tat in Verbindung gebracht worden. Offizielle Bestätigung gab es dafür keine. Ivanovic selbst hatte kurz vor seinem Tod in einem Gespräch mit dem Balkan Investigative Reporting Network (BIRN) Radoicic als den „mächtigsten“ Mann im Norden des Kosovo bezeichnet.

In der angespannten Situation zwischen Belgrad und Prishtina infolge der Zollerhöhung für serbische Waren sorgten die Festnahmen in Nord-Mitrovica für weitere Anspannung. Der kosovarische Ministerpräsident Ramush Haradinaj bemühte sich zu versichern, dass die Festnahmen nicht mit der aktuellen politischen Lage in Verbindung stünden. Er schrieb am Freitag auf Facebook, dass die Festnahme der vier Serben von der Sonderstaatsanwaltschaft beantragt worden sei. Er möchte allen Bürgern versichern, dass der Staat Kosovo und seine Justizbehörden keinesfalls gegen irgendeine ethnische oder politische Gruppe gerichtet seien, schrieb Haradinaj laut der Tageszeitung „Zeri“.

Nach der Entscheidung des Kosovo, die Zölle für Waren aus Serbien und Bosnien-Herzegowina um 100 Prozent zu erhöhen, fanden in serbischen Enklaven im Kosovo am Freitag Protestkundgebungen statt.




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