Letztes Update am Fr, 23.11.2018 15:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kurz bedauert kosovarische Zölle gegen Serbien



Wien (APA) - Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat sein Bedauern über die Einführung von Zöllen im Kosovo für Produkte aus Serbien und Bosnien-Herzegowina geäußert. „Wir müssen Barrieren abbauen, anstatt neue zu erfinden“, teilte Kurz am Freitag auf Twitter mit.

„Ö(sterreich) setzt auf regionale Zusammenarbeit am Westbalkan u(nd) auf das regionale Freihandelsabkommen CEFTA, das d(er) gesamten Region nützt“, betonte der Bundeskanzler.

Zuvor hatte Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) die Rücknahme der kosovarischen Zollentscheidung gefordert und sie als „Affront sondergleichen“ kritisiert. Als „absolut letztklassig“ wertete Strache, dass einige lokale Politiker im Kosovo sogar öffentlich serbische Lebensmittel verbrannt hätten.

Der Kosovo hat die drakonischen Zölle am Mittwoch beschlossen, nachdem er mit seinem Aufnahmeantrag in der internationalen Polizeiorganisation Interpol gescheitert war. Die Maßnahme traf auf scharfe Kritik der Europäischen Union, die eine sofortige Rücknahme forderte und von einer „Provokation“ sprach.

Der kosovarische Ministerpräsident Ramush Haradinaj legte aber am Donnerstag noch nach, indem er eine Aufhebung der Zölle auf die Anerkennung des Kosovo durch Serbien knüpfte. „Wir haben jahrelang unter der Handelssperre gelitten, die uns Serbien auferlegt hat. Darauf haben wir mit Zöllen geantwortet“, argumentierte Haradinaj in einem Interview mit der „Presse“ (Freitagsausgabe).




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