Letztes Update am Fr, 23.11.2018 16:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Van der Bellen-Initiative für Klimakonferenz folgten 16 Unterzeichner



Katowice (Kattowitz)/Wien (APA) - Die von Bundespräsident Alexander Van der Bellen gestartete Initiative, die zum Erfolg der UN-Klimakonferenz in Kattowitz Polen im Dezember beitragen soll, ist von 14 europäischen Staatsoberhäuptern und zwei Regierungschefs unterzeichnet worden. Gemeinsam rufen die Unterzeichner in einem „emotionalen Appell“ auf, „rasch alles zu tun, um die Klimakatastrophe zu stoppen“, sagte der Bundespräsident.

Unterzeichnet wurde der Aufruf unter anderem von dem deutschen Präsidenten Frank-Walter Steinmeier, dem italienischen Präsidenten Sergio Mattarella und den schwedischen und niederländischen Premierministern Stefan Löfven sowie Mark Rutte. „Es waren mehr als ich erwartet habe“, meinte der Van der Bellen bei einem Hintergrundgespräch. Nicht unterzeichnet hätten vor allem Monarchien, deren Staatsoberhäupter sich generell nicht zu außenpolitischen Themen äußern, aber auch Polen, das als Austragungsort der COP24 neutral bleiben wollte.

Die Erklärung beinhaltet ein „klares Bekenntnis zu mutigem Klimaschutz“ und hält fest, „dass unsere Generation die wahrscheinlich letzte ist, in deren Händen es liegt, wirksame Maßnahmen gegen die drohende Klimakatastrophe auf den Weg zu bringen“. Der Appell hält auch fest, dass die derzeitigen Maßnahmen der internationalen Staatengemeinschaft nicht ausreichen werden, um die langfristigen Klimaziele des Pariser Übereinkommens zu erfüllen

Die kommende Klimakonferenz steht demnach vor einer entscheidenden Aufgabe: Hier soll die 2015 in Paris von den Staaten beschlossene Verpflichtung, die Erderwärmung nach Möglichkeit auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Die Pariser Beschlüsse müssten endlich „mit Leben erfüllt werden, die Zeit läuft uns davon“, sagte Van der Bellen. Geschehe dies nicht, so sei das Abkommen „mehr Poesie als Realität“.

Die Klimakrise sei bereits heute weltweit spürbar, unterstrich Van der Bellen erneut. Viele Bereiche des Lebens - von der Landwirtschaft über den Tourismus bis zur Wasserversorgung - sind betroffen, „nicht zuletzt ist die Klimakrise eine Bedrohung für die globale Stabilität und Sicherheit“. „Wir brauchen diesen Erfolg, das Klima verhandelt nicht mit“, appellierte der Bundespräsident.

Im Vorfeld der Konferenz gab er sich der Bundespräsident aber doch optimistisch. Selbst der angekündigte Rückzug der USA aus dem Abkommen sei nicht unbedingt das Ende des globalen Klimaschutzes. In den USA fällt der Klimaschutz nämlich stark in die Kompetenz der einzelnen Regionen. Kalifornien habe sich etwa „nicht von der Trump-Administration einschüchtern lassen“, sagte Van der Bellen.

Der Bundespräsident wird auf Einladung des polnischen Staatspräsidenten gemeinsam mit zahlreichen Amtskollegen an der Eröffnung der UN-Klimakonferenz am 3. Dezember im polnischen Kattowitz teilnehmen und am 4. Dezember den Stand der österreichischen Außenwirtschaft auf der COP24 eröffnen. Dabei werden Projekte österreichischer Unternehmen präsentiert, die in Sachen Klimaschutztechnologie vorbildlich sind.




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