Letztes Update am Fr, 23.11.2018 18:08

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vier Rettungsschiffe von Sizilien in Richtung Mittelmeer gestartet



Rom (APA) - Vier Schiffe einer internationalen Plattform dreier Hilfsorganisationen sind vom sizilianischen Licata in Richtung der nordafrikanischen Küste abgefahren. „Der zentrale Mittelmeerraum ist die gefährlichste Grenze der Welt. Daher starten wir eine gemeinsame Such- und Rettungsaktion“, sagte der Sprecher des italienischen Projekts „Mediterranea“, Alessandro Metz, bei einer Pressekonferenz in Rom.

Zusammen mit den Hilfsorganisationen Sea Watch (Deutschland) und Proactiva Open Arms (Spanien) soll die Mission vorangetrieben werden. „Wir rufen alle europäischen Städte, deren Bürgermeister, Organisationen, Bewegungen und die Zivilgesellschaft auf, unsere Mission zu unterstützen“, sagte Metz am Freitag.

Die Mission sieht Metz als Herausforderung gegenüber der populistischen Regierung in Italien, die Schiffen von Hilfsorganisationen die Häfen des Landes geschlossen hat. „Wir reagieren auf die italienische Regierung mit einer europäischen Hilfsflotte, die Menschen im Meer rettet“, sagte Metz. Das Projekt „Mediterranea“ wird von einer Gruppe oppositioneller Parlamentarier in Italien unterstützt.

Die Regierung in Rom lässt keine privaten Rettungsschiffe mit Migranten mehr in die Häfen des Landes. Mehrere NGO-Boote wurden in den vergangenen Monaten tagelang auf dem Meer blockiert. Seit Monaten kommen nur noch sehr wenige Migranten über die zentrale Mittelmeerroute von Libyen nach Italien. Im November verzeichnete das italienische Innenministerium bisher nur knapp über 500 Ankünfte, im November letztes Jahr waren es zehn Mal so viele, im November 2016 lag die Zahl bei mehr als 13.500 Menschen.




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