Letztes Update am Fr, 23.11.2018 21:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Emirate prüfen Gnadengesuch im Fall des verurteilten Briten



London (APA/AFP) - Nach der Verurteilung eines Briten wegen Spionage in den Vereinigten Arabischen Emiraten prüft die Regierung des Golfstaates ein Gnadengesuch. Die Familie des 31-jährigen habe das Gesuch eingereicht, sagte der Botschafter des Landes, Sulaiman Almasrui, am Freitag im britischen Fernsehen.

Der Doktorand Matthew Hedges war am Mittwoch von einem Gericht in Abu Dhabi wegen Spionage zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Der Botschafter sprach von einer „sehr ernsten“ Angelegenheit. „Wir leben in einer gefährlichen Region. Die nationale Sicherheit muss unsere oberste Priorität sein“, sagte Almasrui. Die Regierung seines Landes „diktiert den Gerichten nicht ihre Urteile“. Hedges sei keineswegs „nach einem fünfminütigen Prozess schuldig gesprochen, wie einige berichten“.

Der britische Außenminister Jeremy Hunt hatte sich am Donnerstag mit dem Botschafter getroffen. Im Kurzbotschaftendienst Twitter berichtete er im Anschluss von einem „konstruktiven Gespräch“. Die Emirate erklärten ihrerseits, sie hofften auf eine „einvernehmliche Lösung“ und wollten „die strategische Beziehung zu einem der zentralen Verbündeten“ bewahren.

Nach Angaben der Ehefrau von Matthew Hedges lebte dieser „mehrere Jahre“ in dem Golfstaat, bevor er 2015 nach Großbritannien zurückkehrte. Hedges forschte zur Außen- und Sicherheitspolitik der Emirate in den vergangenen Jahren. Am 5. Mai dieses Jahres wurde er auf dem Flughafen in Dubai verhaftet.




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