Letztes Update am Sa, 24.11.2018 04:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


APA-Jahresrückblick 2018 - Außenpolitik 1 (Jänner)



Wien (APA) - Außenpolitik/Jänner

1.-6. Der Iran wird von landesweiten Protesten gegen die Regierung erschüttert. Bei den tagelangen, teils gewaltsamen Demonstrationen, die sich vor allem an der hohen Arbeitslosigkeit und den steigenden Lebenshaltungskosten entzündeten, werden 25 Menschen getötet und fast 4.000 verhaftet. Während Präsident Hassan Rouhani mahnt, den vorwiegend jungen Demonstranten Gehör zu schenken, werden von den Hardlinern ausländische Mächte und „Feinde des Islam“ für die Proteste verantwortlich gemacht.

9. Nach den ersten offiziellen Gesprächen zwischen den verfeindeten Staaten der koreanischen Halbinsel seit zwei Jahren bahnt sich die lang ersehnte Entspannung an. Süd- und Nordkorea einigen sich auf weitreichende Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Beziehungen. Pjöngjang stimmt zu, im Februar eine Delegation und Sportler zu den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang zu schicken. Auch US-Präsident Donald Trump erklärt sich prinzipiell zu direkten Kontakten mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un bereit.

12. Nach langwierigen Sondierungsgesprächen einigen sich CDU, CSU und SPD über die Aufnahme von Verhandlungen zur Bildung einer neuerlichen Großen Koalition in Deutschland - zunächst nur die Verhandler, die sozialdemokratische Parteispitze muss noch einige Tage zittern, bevor der SPD-Parteitag nach heftigen Debatten schließlich ebenfalls seinen Sanktus dazu gibt.

15. Der rumänische Ministerpräsident Mihai Tudose tritt nach einem parteiinternen Misstrauensvotum zurück. Er ist bereits der zweite Regierungschef innerhalb eines Jahres, der nach einem Zerwürfnis mit dem Chef der Regierungspartei PSD, Liviu Dragnea, den Hut nehmen muss. Die Europaabgeordnete Vasilica Viorica Dancila beerbt Tudose an der Regierungsspitze, der tatsächliche starke Mann im Land bleibt aber Dragnea.

20. Exakt ein Jahr nach der Vereidigung von Präsident Donald Trump kommt es in den USA zum gefürchteten „Government shutdown“, einer allgemeinen Ausgabensperre, die die Bundesbehörden weitgehend lahmlegt. Die Demokraten wollen keinem Budgetkompromiss zustimmen, ohne dass es Zusagen zum Schutz der sogenannten Dreamer gibt - rund 700.000 Einwanderer, die als Kinder illegal ins Land kamen. Nach drei Tagen „shutdown“ lenken die Demokraten ein, nachdem ihnen Verhandlungen über das Thema zugesagt werden.

24. Der langjährige Präsident Brasiliens, Luiz Inacio Lula da Silva, muss wegen Korruption für zwölf Jahre und einen Monat ins Gefängnis. Ein von Lula angerufenes Berufungsgericht erhöht die Strafe der ersten Instanz sogar noch. Er soll von einem Bauunternehmen die Renovierung eines Luxus-Appartements angenommen haben, sieht sich aber selbst als Opfer einer Verschwörung, die ihn an einer neuerlichen Präsidentschaftskandidatur hindern soll. Nach monatelangen Versuchen, die Haft zumindest aufzuschieben, muss Lula Anfang April letztlich ins Gefängnis.

27. Mit einem Wahlkampf, der sich vor allem auf die strikte Ablehnung von Flüchtlingen konzentrierte, sichert sich Amtsinhaber Milos Zeman die Wiederwahl als tschechischer Präsident. Der im In- und Ausland wegen undiplomatischer Aussagen umstrittene 73-Jährige schlägt in der Stichwahl knapp seinen liberalen Herausforderer, den Wissenschafter Jiri Drahos, mit 51,4 Prozent der Stimmen.




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