Letztes Update am Sa, 24.11.2018 04:07

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


APA-Jahresrückblick 2018 - Außenpolitik 8 (August)



Wien (APA) - Außenpolitik/August

5. „Es ist die tödlichste Seereise, die ein Flüchtling antreten kann.“ Mit diesen Worten macht das UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR auf eine wachsende Zahl von Toten im Mittelmeer aufmerksam. Demnach sind seit Jahresbeginn 1.511 Flüchtlinge und Migranten im Mittelmeer ertrunken, davon allein 850 im Juni und Juli. Es gebe mehr Todesfälle, aber zugleich kämen immer weniger Menschen in Europa an, so das UNHCR. Mehr als 62.300 Menschen haben laut offizieller Statistik in diesem Jahr das Mittelmeer überquert. Das sei etwa die Hälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

7. Der neue kolumbianische Präsident Ivan Duque legt die Axt an das Lebenswerk seines Vorgängers Juan Manuel Santos: Er werde den historischen Friedensvertrag mit der linken Guerillaorganisation FARC in Teilen ändern, kündigt der konservative Politiker bei seinem Amtsantritt an. Experten befürchten allerdings, dass selbst kleine Modifikationen an dem über Jahre ausgehandelten Abkommen den noch immer fragilen Friedensprozess gefährden könnten. Viele Ex-Rebellen sind bereits mit der Umsetzung des Vertrags unzufrieden und in den Untergrund zurückgekehrt.

14. Ermittlungsbehörden im US-Bundesstaat Pennsylvania bringen erschütternde Details über das Ausmaß von sexuellem Missbrauch und dessen Vertuschung in der katholischen Kirche der USA ans Licht. Mehr als 300 namentlich genannte Priester werden beschuldigt, sich des sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig gemacht zu haben - bis hin zur Vergewaltigung. Es soll „tausende“ Opfer geben. Das wahre Ausmaß werde aber wohl immer im Dunkeln bleiben, heißt es in dem Abschlussbericht eines Geschworenengremiums des Bundesstaats.

18. Der russische Präsident Wladimir Putin ist Gast bei der Hochzeit von Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) mit dem Unternehmer Wolfgang Meilinger in der Südsteiermark. Rund eineinhalb Stunden hält er sich bei der Festgesellschaft auf, er tanzt auch mit der Ministerin. Die Teilnahme des russischen Staatschefs an der Hochzeit sorgt schon im Vorfeld für heftige Diskussionen. Nach massiver Kritik aus der Ukraine betont das Außenministerium, dass die Visite nichts an der außenpolitischen Positionierung Österreichs ändere. Der Grüne Michel Reimon fordert den Rücktritt Kneissls, die Liste Pilz übt scharfe Kritik an den Kosten.

18. Der frühere UNO-Generalsekretär Kofi Annan stirbt im Alter von 80 Jahren in Bern. 1997 wurde der aus Ghana stammende Annan als erster Politiker aus Subsahara-Afrika UNO-Generalsekretär. 2001 erhielt er zusammen mit den Vereinten Nationen den Friedensnobelpreis. In seinen zehn Jahren an der Spitze der UNO galt Annan als das moralische Gewissen der Welt. Er warb für Frieden und Gerechtigkeit und bot den USA im Streit um den Irak-Krieg die Stirn.

25. Der bekannte US-Senator John McCain ist tot. Der Vietnamkriegs-Veteran, der einer der profiliertesten Kritiker von US-Präsident Trump innerhalb der republikanischen Partei gewesen war, stirbt am im Alter von 81 Jahren an einem Gehirntumor. 1967 geriet er im Vietnam-Krieg in Gefangenschaft, wurde gefoltert und kam erst nach rund fünf Jahren wieder frei. Für Trump, der selbst einst den Wehrdienst umgangen hatte, war McCain „kein Held“. „Ich mag Leute, die nicht gefangen wurden, okay?“, meinte er.

27. Nach dem gewaltsamen Tod eines Mannes in Chemnitz warnen in Deutschland Bundes- und Landesregierung in Sachsen vor Hetzjagden auf Ausländer und Selbstjustiz. Am Vortag war bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen verschiedener Nationalitäten in Chemnitz ein deutscher Staatsbürger tödlich verletzt worden. Danach marschierten Anhänger rechter Gruppierungen zu Spontandemos auf. Auf Videos ist zu sehen, wie Ausländer von Personen aus der Masse heraus attackiert werden.




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