Letztes Update am Sa, 24.11.2018 07:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski alpin: „Elchjagd“ im Super-G von Lake Louise



Lake Louise (APA) - Der Super-G ist am Sonntag das zweite Speedrennen der Herren in Lake Louise. Wie immer sind die Norweger die Favoriten, wurden doch die jüngsten sechs Auflagen dort seit 2011 von den „Elchen“ gewonnen. Vier Mal triumphierte Aksel Lund Svindal, 2014 und 2017 setzte sich Kjetil Jansrud durch. Max Franz und Hannes Reichelt holten im Vorjahr hinter Jansrud gleich zwei ÖSV-Podestplätze.

So etwas wäre auch diesmal höchst willkommen. Aber Franz ist nach einem Materialwechsel und wegen seiner Knieprobleme noch nicht ganz dort, wo er sein möchte. Reichelt tut sich in Lake Louise traditionell etwas schwer.

Heißestes ÖSV-Eisen dürfte neben Vincent Kriechmayr, der sich zuletzt nach zwei Saisonsiegen (Beaver Creek, Aare) in der Disziplinenwertung nur Jansrud geschlagen geben musste, zumindest in Lake Louise Matthias Mayer sein. Der spätere Olympiasieger musste im Vorjahr mit der undankbaren Startnummer eins ins Rennen und schied nach Spitzen-Zwischenzeit aus.

Vier Mal ist Mayer in Kanada trotzdem schon Zweiter geworden, drei Mal alleine im Super-G. 2013 und 2015 hinter Svindal, 2014 hinter Jansrud. „Hinter solchen Leuten Zweiter zu werden, ist keine Schande. Aber es wird Zeit, dass ich hier auch mal von ganz oben herunter lache“, sagte Mayer. „Zweiter zu sein stört mich zwar nicht. Aber natürlich ist es das Ziel, einmal ganz oben zu stehen.“

Dazu kommt, dass der Kärntner zu Saisonbeginn ohnehin im Super-G besser drauf ist als in der Abfahrt. „Ich habe über den Sommer viel Riesentorlauf trainiert und mich auch deshalb zuletzt im Super-G sehr wohlgefühlt“, erklärte er.

Der Super-G, das ist seit vielen Jahren freilich die Disziplin der Norweger. Sie holten in den vergangenen sieben Jahren stets die Kristallkugel in der zweitschnellsten Alpin-Disziplin. Svindal sackte diese 2012, 2013 und 2014 ein, Jansrud war 2015, 2017 und 2018 erfolgreich. 2016 holte sich Aleksander Aamodt Kilde die Trophäe.

Wären nicht 2016 die Rennen in Kanada ausgefallen, würde die Renn-Bilanz der Norweger in Lake Louise wohl genauso aussehen. Denn nur Jansrud (2014, 2017) oder Svindal (2011-2013, 2015) haben seit 2011 hier den Super-G gewonnen. Letzter nicht-norwegische Sieger war der Schweizer Tobias Grünenfelder 2010. Das war auch das letzte Jahr, in dem nicht mindestens eines der beiden Rennen in Lake Louise an Norwegen gegangen ist.

Svindal hat den Super-G in Lake Louise insgesamt sogar schon sechs Mal (Rekord) für sich entschieden, kommt diesmal aber nicht ganz fit an den Ort, in dem er 2005 seinen ersten von mittlerweile 35 Weltcupsiegen (vor der Abfahrt) geholt hat. Neben dem „Kitzbühel-Knie“ macht ihm derzeit auch der operierte Ski-Daumen an der linken Hand zu schaffen. Dem 35-jährigen Abfahrts-Olympiasieger kann man aber durchaus zutrauen, trotz Schiene, festgeklebtem Skistock und Schlittschuhschritte-Start erneut reüssieren zu können.

Svindal hat zudem 2013 als letzter Fahrer den letzten Super-G der alten und den ersten der neuen Saison gewonnen. Das wäre auch für Kriechmayr ein Traum-Szenario, nachdem der Oberösterreicher beim Weltcupfinale vergangenen März in Aare triumphiert hat. Letzter österreichischer Super-G-Sieger in Lake Louise war 2008 Hermann Maier.




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