Letztes Update am Sa, 24.11.2018 10:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pressestimmen zur Protestbewegung der „Gelbwesten“ in Frankreich



Paris/Brüssel (APA/dpa) - Über die Protestbewegung der „Gelbwesten“, die in Frankreich immer mehr an Bedeutung gewinnt, schreiben die Zeitungen am Samstag:

„La Presse de la Manche“ (Cherbourg):

„Die Proteste in Paris sind nicht ohne Risiko. Doch jeder kann dafür sorgen, dass die Proteste ohne Gewalt verlaufen, das heißt, auf intelligente Art und Weise. Das bedeutet nicht, dass man auf Unstimmigkeiten verzichtet oder auf das Recht freier Meinungsäußerung. Es ist nicht verboten, sich die Demokratie als ein politisches System vorzustellen, in dem jeder zu Wort kommen kann und dabei gleichzeitig den anderen respektiert. Das ist wohl die beste Weise, den Dialog anzugehen.“

„Liberation“ (Paris):

„Verhandeln (...) Ist das so schwer? Es heißt, die ‚Gelbwesten‘ seien bunt zusammengewürfelt, uneins, widersprüchlich und in ihren Forderungen manchmal extravagant. Sicherlich. Doch glaubt man, dass der Dialog, bei dem Polizisten eingreifen müssen, die beste Lösung ist?“

„De Tijd“ (Brüssel):

„Die ‚Gelbwesten‘ in Frankreich stehen für eine neue Form des Protestes, auf die selbst der ungewöhnliche Präsident nicht sofort eine Antwort parat hat. (...) Es scheint, dass dieser Art von Protest die Zukunft gehört, auch wegen der mobilisierenden Kraft der sozialen Medien. Sie bieten eine Plattform, wo sich die Unzufriedenheit von Menschen bündelt, die an sich nicht in klassischem Sinne organisiert sind und keine politische Agenda haben. Auch wenn der Widerstand langsam nachlässt, bleibt die Formel erhalten. So wie Emmanuel Macron sich über die Maxime der traditionellen Politik hinwegsetzte, so setzen sich die ‚Gelbwesten‘ über die bisherigen Formen des sozialen Protests hinweg. Das bedeutet, dass es mehr solche Pop-up-Proteste geben wird, in Frankreich und vielleicht hier bei uns. Es ist Aufgabe der Politiker, darauf eine Antwort zu finden.“




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