Letztes Update am Sa, 24.11.2018 11:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wegen Putschversuchs in Montenegro Angeklagte in Serbiens Botschaft?



Podgorica/Belgrad (APA) - Die einzige Frau unter 14 Angeklagten, die für einen Putschversuch in Montenegro im Oktober 2016 verantwortlich gemacht werden, hat sich am Freitag laut Belgrader Medienberichten in die serbische Botschaft in Podgorica geflüchtet. Die Medien beriefen sich auf den Verteidigter der Frau, Miroje Jovanovic. Die serbische Botschaft in Montenegro kommentierte die Berichte nicht.

Branka M. verließ nach Angaben des Anwaltes am Freitag die in Podgorica laufende Gerichtsverhandlung. Zuvor hatte sie sich darüber beklagt, wie sie vom Justizpersonal behandelt werde: Sie werde daher nicht mehr an den Verhandlungen teilnehmen. Das Gericht beschloss daraufhin, die Angeklagte in Haft zu nehmen, sie befand sich aber offenbar bereits in der serbischen Botschaft.

Laut Anklage soll eine 14-köpfige Gruppe, darunter zwei russische Geheimdienstmitarbeiter, in der Nacht nach den Parlamentswahlen in Montenegro am 16. Oktober 2016 eine Besetzung des Parlaments und die Ermordung des damaligen Ministerpräsidenten Milo Djukanovic geplant haben. Vereitelt wurde der Putschversuch durch die Festnahme einer Gruppe Serben, zu der auch Branka M. gehörte, am Vorabend der Wahlen in Podgorica.

Der Prozess läuft seit Mai 2017.




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