Letztes Update am Sa, 24.11.2018 14:08

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gericht untersagte Verkauf von Belugas und Orcas aus „Wal-Gefängnis“



Wladiwostok (APA/dpa) - Gut 100 Wale aus ostrussischer Gefangenschaft dürfen nicht verkauft werden. Das entschied ein Gericht in der Region Primorje, berichteten russische Medien am Samstag. Es sei eine einstweilige Verfügung erlassen worden. Die 90 Belugas und elf Orcas dürfen demnach die Anlage in einer Bucht am Japanischen Meer vorerst nicht verlassen.

Tierschützer hatten befürchtet, dass die Tiere an chinesische Aquarien verkauft werden. Was aus den Walen nun wird, blieb zunächst unklar. Sie sollten so lange wie nötig in der Anlage bleiben, sagte ein Behördensprecher.

Die Meeressäuger werden aber aus Sicht von Tierschützern in viel zu engen Gehegen gehalten. Sie sprachen deshalb von einem „Wal-Gefängnis“. Die Berichte darüber hatten weltweit Schlagzeilen gemacht. Daraufhin hatte sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Die für die Fischerei zuständige russische Bundesbehörde hatte zuletzt darauf verwiesen, dass die Entscheidung über den Fang von Walen auf der Grundlage von Rechtsvorschriften und wissenschaftlichen Untersuchungen getroffen worden sei. Man wolle aber Informationen der Staatsanwaltschaft prüfen, die mitgeteilt hatte, dass es laut russischem Recht nicht erlaubt ist, die „Rechte an Tieren an Personen zu übertragen, die sie nicht gefangen haben“. Laut der Wal- und Delfinschutzorganisation WDC wurden die Becken in der Anlage nahe der Hafenstadt Wladiwostok von vier Firmen angemietet, die zwischen 2013 und 2016 bereits 15 Schwertwale (Orcas) nach China exportiert haben.




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