Letztes Update am Sa, 24.11.2018 16:52

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Anklage gegen Tatverdächtigen im deutschen Mordfall Susanna



Wiesbaden/Mainz (APA/dpa) - Nach dem Tod der 14-jährigen Schülerin Susanna aus Mainz hat die Staatsanwaltschaft Wiesbaden Anklage wegen Mordes und Vergewaltigung gegen den in Untersuchungshaft sitzenden Tatverdächtigen erhoben, sagte ein Justizsprecher am Samstag. Als Mordmerkmale werden in der Anklage Heimtücke und Verdeckung einer Straftat genannt.

Laut dem „Wiesbadener Kurier“ könnte ein Prozess im Frühjahr beginnen. Angeklagt ist der Iraker Ali B. Er hatte gestanden, in der Nacht auf den 23. Mai in Wiesbaden-Erbenheim die Schülerin getötet zu haben. Seit dem Abend galt das Mädchen als vermisst. Die Leiche wurde erst am 6. Juni gefunden.

Dem Tatverdächtigen wird nicht nur Mord und Vergewaltigung von Susanna vorgeworfen. Bei den Ermittlungen kam heraus, dass der Iraker noch ein weiteres kleines Mädchen vergewaltigt haben soll. Wegen dieses dringenden Tatverdachts wurde Mitte Juli ein zweiter Haftbefehl gegen ihn ausgestellt. Ali B. sitzt in Untersuchungshaft. Er bestritt, die beiden Mädchen sexuell missbraucht zu haben.

Wenige Tage nach dem Tod von Susanna war Ali B. aus einer Wiesbadener Flüchtlingsunterkunft zusammen mit seinen Eltern und Geschwistern in den Nordirak ausgereist. Die kurdischen Sicherheitsbehörden nahmen ihn danach im Nordirak fest und übergaben ihn der deutschen Bundespolizei, die ihn zurück nach Hessen brachte. Der Fall entfachte in Deutschland erneut eine Debatte um Kriminelle unter Flüchtlingen.




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