Letztes Update am Sa, 24.11.2018 22:41

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Brexit - Gibraltar betont: Gebiet bleibt „voll und ganz britisch“



Gibraltar (APA/dpa) - Die Verkündung der spanischen Regierung, Madrid habe bei den Gesprächen über den Brexit-Vertrag ein „historisches“ Abkommen zur Rückeroberung der Souveränität über Gibraltar erreicht, hat im britischen Überseegebiet heftigen Widerspruch ausgelöst. „Gibraltar ist voll und ganz britisch und bleibt es auch“, sagte Gibraltars Regierungschef Fabian Picardo am Samstagabend.

Spanien habe „lediglich ein Abkommen mit den verbliebenen 27 EU-Mitgliedsländern erzielt“, das von London nicht abgesegnet worden sei und „keinerlei Rechtswirkung“ habe, sagte Picardo in einer Fernsehansprache. „Das Vereinigte Königreich hat uns nicht im Stich gelassen.“ Gibraltar werde „nicht aus der britischen Familie ausgeschlossen werden“. Er räumte ein, dass es sich derzeit um eine schwierige Zeit der Bewährungsproben für Gibraltar handle, die man aber bisher gut bewältigt habe.

Die Verabschiedung des Vertrags zum britischen EU-Austritt war bis Samstag wegen einer Veto-Drohung Spaniens auf der Kippe gestanden. Madrid hatte Änderungen am Vertragsentwurf verlangt, weil man Festlegungen über den künftigen Status von Gibraltar befürchtete. Das Gebiet am Südzipfel Spaniens steht seit 1713 unter britischer Souveränität, wird aber von Spanien beansprucht. Der spanische Außenminister Josep Borrell bejubelte die Vereinbarung vom Samstag als „äußerst positiv für Spanien“ und „die wichtigste seit dem Vertrag von Utrecht aus dem Jahr 1713“.

Nach stundenlangen Verhandlungen hatte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag erklärt: „Europa und das Vereinigte Königreich haben die Forderungen Spaniens akzeptiert. In Folge dessen hebt Spanien sein Veto auf und wird morgen für den Brexit stimmen.“ Er sagte auch: „Wir haben einen entscheidenden und entschlossenen Schritt nach vorne getan, und wir haben absolute Garantien erhalten, um einen Konflikt zu lösen, der seit mehr als 300 Jahren anhält.“ Spanien werde nach dem Brexit die Beziehungen Gibraltars zur EU bestimmen und „die Entkolonialisierung“ des Gebiets verfolgen, so der Sozialist.




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