Letztes Update am Di, 04.12.2018 16:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Menschenrechtler: Islamisten in Mosambik misshandelt und getötet



Maputo (APA/dpa) - Menschenrechtler werfen den Sicherheitskräften in Mosambik vor, Dutzende mutmaßliche Mitglieder einer lokalen Miliz radikaler Islamisten misshandelt und getötet zu haben. Seit August hätten Soldaten und Polizisten etliche Männer, die der Mitgliedschaft in der Miliz bezichtigt würden, mutmaßlich unrechtmäßig festgenommen, zusammengeschlagen oder getötet, teilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) am Dienstag mit.

Sicherheitskräfte kämen oftmals nach einem Angriff der Miliz in das Dorf und nähmen Verdächtige oder diejenigen, die nicht kooperierten, fest, hieß es weiter. Demnach berichteten einige Opfer den Menschenrechtlern, sie seien geschlagen worden. Einige Soldaten berichteten demnach, sie hätten Anweisungen bekommen, Verdächtige zu töten. HRW sprach nach eigenen Angaben mit zwölf Opfern oder Augenzeugen sowie mit Sicherheitskräften und Journalisten.

Seit mehr als einem Jahr greifen Unbekannte immer wieder Dörfer in der Provinz Cabo Delgado nahe der tansanischen Grenze an. Bisher ist es HRW zufolge zu mehr als 60 Angriffen gekommen. Die Behörden machen dafür die lokal agierende Islamistenmiliz verantwortlich. Beobachter vermuten, dass sich die Gruppe im verarmten Norden aus Protest gegen die örtlichen Behörden gegründet hatte.

Die Bevölkerung des Landes im Südosten Afrikas ist mehrheitlich christlich. Bis zum vergangenen Jahr hatte es in Mosambik keine nennenswerten Terroranschläge gegeben.

~ WEB http://www.hrw.org/ ~ APA448 2018-12-04/16:46




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