Letztes Update am Do, 06.12.2018 16:41

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erste Eisweine des Jahrgangs 2018 im Burgenland bereits geerntet



Eisenstadt (APA) - Im Burgenland sind die ersten Eisweine des Jahrgangs 2018 schon im Keller angekommen. Bereits vor einer Woche - in den Morgenstunden des 29. November - nutzten drei Winzer die herrschenden Minusgrade, um die gefrorenen Trauben zu ernten, teilte die Landwirtschaftskammer Burgenland am Donnerstag mit.

Anteilsmäßig macht Eiswein nicht einmal ein Prozent der gesamten Erntemenge aus. Rund 25 Betriebe, zumeist um den Neusiedler See, vereinzelt aber auch in anderen Regionen des Burgenlandes, produzieren jedes Jahr die edlen Tropfen.

„Die Eisweinproduktion stellt ein kleines, aber feines Segment des heimischen Weines dar“, erläuterte der Präsident der Landwirtschaftskammer Burgenland, Niki Berlakovich. Von der Auswahl des geeigneten Traubenmaterials und dessen Schutz vor Staren bis hin zum Warten auf die geeigneten Temperaturen würden viele Faktoren die Produktion beeinflussen.

Für einen Eiswein gelten nach Angaben der Landwirtschaftskammer grundsätzlich die gleichen gesetzlichen Rahmenbedingungen wie für einen Qualitätswein. Er muss unter anderem die sensorischen Anforderungen zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer erfüllen, außerdem unterliegt die Erntemenge pro Hektar einer Höchstmengenbeschränkung. Die Trauben müssen zur Lese und bei der Kelterung bei mindestens minus Sieben Grad Celsius gefroren sein. Ihr Saft muss ein Mostgewicht von mindestens 25° KMW (Klosterneuburger Mostwaage, Anm.) aufweisen.

Zu den ersten Betrieben im Burgenland, die vergangene Woche bereits Eiswein gelesen haben, gehört jener von Hermann Fink aus Großhöflein (Bezirk Eisenstadt-Umgebung). Die geernteten Trauben der Sorte Muskat Ottonel erfüllten rechtlich alle Voraussetzungen, um zu Eiswein verarbeitet zu werden, wurde ihm vom Bundeskellereiinspektor bestätigt.

Zeitgleich wurde in Illmitz (Bezirk Neusiedl am See) im Weingut Angerhof Tschida Gelber Muskateller geerntet. Im etwas weiter südlich gelegenen Apetlon begann das Prädikatsweingut Payer Rudolf bei Riesling und Welschriesling mit der Ernte. „Das war erst der Anfang, in meinen Weingärten hängen noch weitere Trauben für Eiswein“, schilderte Payer.

Alle drei Eisweinwinzer hätten die hervorragende Qualität der geernteten Trauben unterstrichen, hieß es von der Landwirtschaftskammer. Wer Eisweine des Jahrgangs 2018 genießen will, muss sich noch gedulden: Denn die edlen Tropfen dürfen erst ab 1. April 2019 zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer eingereicht werden.




Kommentieren