Letztes Update am Do, 06.12.2018 18:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zürcher Börse schließt mit größtem Tages-Minus seit Juni 2016



Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Donnerstagshandel tiefrot beendet und damit den Abwärtstrend der Vortage verstärkt fortgesetzt. Der SMI startete unter 8.900 Punkten und durchbrach 8.800 und 8.700 Punkten ohne nennenswerten Widerstand. Das Minus von mehr als 3 Prozent ist der größte Tagesverlust des Leitindex seit dem 24. Juni 2016, dem Tag nach dem Brexit-Referendum in Großbritannien. Gegenüber dem Hoch vom Montag bei 9.169 Punkten hat der Leitindex rund 5,6 Prozent verloren.

Die Unsicherheitsfaktoren Brexit, Italien-Haushalt und der Handelskonflikt China-USA belasteten die Märkte. Die Furcht vor einer erneuten Eskalation wurde durch die Verhaftung der Huawei-Finanzchefin in Kanada aufgrund eines Haftbefehls aus den USA geschürt. Die Strafzölle würden zunehmend ihre lähmende Wirkung auf die Weltwirtschaft entfalten, ohne dass die Länder einlenken, die eigentlich mit diesem Druckmittel zum Einlenken gebracht werden sollten, kommentierte ein Händler. Sorge bereitet auch die US-Konjunktur. So ist die Beschäftigung in der Privatwirtschaft im November schwächer gestiegen als erwartet. Das Handelsbilanzdefizit war mit 55,5 Milliarden Dollar größer als erwartet. Die anderen teilweise freundlichen Zahlen zeigten keine Wirkung.

Der Swiss Market Index (SMI) sackte um 3,13 Prozent auf 8.660,03 Punkte ab und schloss auf einem Tagestief. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gab unterdessen 3,38 Prozent auf 1.330,70 Zähler ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) 3,01 Prozent auf 10.128,86 Punkte. Alle Top-30-Titel erlitten Verluste, nur drei verloren weniger als 2 Prozent.

Schwächster Blue Chips war S mit einem Minus von knapp 11 Prozent. Neben der allgemeinen Schwäche der Tech-Werte wenn es um das Thema Handelsstreit geht, würden Investoren hier eine weitere Ausblick-Senkung fürchten, hieß es am Markt.

Stark unter Druck waren auch die Finanztitel von CS (-5,8 Prozent), Julius Bär (-5,4 Prozent) und UBS (-4,9 Prozent). Negative Aussagen der Citigroup zur eigenen Profitabilitäts- und Ertragsentwicklung belasteten den Sektor, hieß es dazu. Die UBS hat mit der US-Fondsfirma Dodge & Cox aus San Francisco einen neuen Großaktionär. Das Unternehmen hält laut einer Beteiligungsmeldung 3,03 Prozent.

Auch Zykliker wie Lonza (-5,1 Prozent), Dufry (-4,8 Prozent) LafargeHolcim (-3,9 Prozent), Adecco (-3,8 Prozent) und ABB (-3,7 Prozent) kamen stark unter Druck. Clariant (-4,8 Prozent) verloren nach einer Kurszielsenkung durch die UBS ebenfalls deutlich.

Etwas weniger stark gaben die Versicherungstitel Swiss Life (-2,9 Prozent), Swiss Re und Zürich (je -3,4 Prozent) ab. Letztere wurden von JPMorgan in einer Branchenstudie auf „Neutral“ heruntergestuft. CEO Mario Greco warnt in einem Interview vor einem gewaltigen Veränderungsprozess in der Versicherungsbranche. Wer sich nicht wandle, werde schon bald um seine Existenz kämpfen. Die beiden Luxusgüterpapiere von Swatch (-3,5 Prozent) und Richemont (-3,2 Prozent) schlossen ebenfalls im SMI/SLI-Mittelfeld.

Die defensiven SMI-Schwergewichte konnten dem Gesamtmarkt keinen Rückhalt geben. Nestlé büßen 2,1 Prozent ein, Roche 2,7 Prozent und Novartis 3,3 Prozent. Letztere haben neue Studiendaten zum Brustkrebsmittel Alpelisib vorgelegt. Vifor Pharma (-1,4 Prozent), Swisscom (-1,5 Prozent) und SGS (-1,9 Prozent) waren die einzigen Blue Chips die weniger als 2 Prozent verloren.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA515 2018-12-06/18:44




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