Letztes Update am Do, 06.12.2018 19:02

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Die Machenschaften der Zigarettenmafia



St. Pölten/Wien (APA) - Meist steckt hinter der illegalen Zigarettenproduktion ein weit verstricktes, international agierendes Netzwerk. Entdeckt werden häufig nur die „Handlanger, die kleinen Fische“, wie ein Zollbeamter am Donnerstag der APA berichtete. Sie wissen gerade so viel, wie sie für ihre Tätigkeit brauchen. Mehr wird ihnen nicht gesagt, damit sie die Hintermänner nicht verraten können.

Die illegalen Fabriken sind in diesem Bereich laut Finanzministerium das größte Problem in der EU. Sie können unabhängig von ihrem Standort für jeden beliebigen Markt in Europa produzieren. Das ist auch die neue Strategie der Banden. Jeder Produktionsschritt - Aufbereiten, Befüllen und Schneiden der Zigaretten - wird an einem anderen Ort getätigt, um die Machenschaften geheim zu halten. Transportiert werden die Rohstoffe oder die Zigaretten mit möglichst kleinen Lkw. Um nicht aufzufallen, fahren sie meist über Landstraßen und nicht über die Autobahn.

Im Jahr 2012 wurde etwa im Rahmen gemeinsamer Ermittlungen der Zollfahndungen von Deutschland, der Slowakei und Österreich in der Slowakei eine illegale Produktionsstätte entdeckt, in der Zigaretten für den illegalen Markt in Österreich erzeugt wurden. Die österreichische Zollverwaltung steht laut Ministerium in engem Kontakt mit anderen Zollverwaltungen und beteiligt sich auch an diversen Arbeitsgruppen auf europäischer Ebene. Eine der Ratsarbeitsgruppen zum Thema Zollzusammenarbeit bei illegalen Zigarettenfabriken wird von Österreich geleitet. Die verhängten Strafen und Abgaben pro nachgewiesener illegal verkaufter, aber auch geschmuggelter Stange Zigaretten (200 Stück) betragen etwa bis zu 100 Euro.

Die Mengen beschlagnahmter Zigaretten pro Jahr schwanken stark, wie die Zahlen aus dem Finanzministerium zeigen. Ein wirklicher Trend ist nicht zu erkennen. Das hängt davon, ob eine oder mehrere große Sicherstellungen erfolgen - etwa in Containern oder Lkw-Ladungen oder ob ein illegales Lager entdeckt wird. Derart große Mengen wie die nun im Raum St. Pölten sichergestellten 32 Tonnen Tabak kommen selten vor.

( 1209-18, Format 88 x 55 mm)




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