Letztes Update am Fr, 07.12.2018 10:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Stichwort: Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich



Wien (APA) - Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), die am Samstag ihre Spitze neu wählt, besteht seit 1979. Hervorgegangen ist sie aus dem Verein „Moslemischer Sozialdienst“. Derzeit zählt die Glaubensvertretung nach eigenen Angaben rund 500.000 Mitglieder. Präsident ist Ibrahim Olgun, der am Samstag durch den Rechtsanwalt und türkischen Kurden Ümit Vural abgelöst werden soll.

Die IGGÖ genießt als gesetzlich anerkannte Religionsgemeinschaft die Stellung einer Körperschaft öffentlichen Rechts. Basis dafür ist das Islamgesetz, das seit 1912 in Österreich existiert und 2015 - unter viel öffentlicher Kritik - erneuert wurde. Bemühungen einer institutionellen Verankerung der Muslime, damals hauptsächlich Gastarbeiter, gab es bereits in den 1960er-Jahren, woraus der Verein „Moslemischer Sozialdienst“ hervorging.

Erster Präsident der IGGÖ war der aus Afghanistan stammende Ahmad Abelrahimsa. Ihm folgte 1999 der gebürtige Syrer Anas Schakfeh, der die Glaubensgemeinschaft in der Öffentlichkeit stärker positionierte. Nach ihm war die Führung der IGGÖ stark türkisch geprägt: Fuat Sanac wurde 2011 gewählt. Unter ihm wurde auch das neue Islam-Gesetz ausverhandelt, wofür er scharf kritisiert wurde. Seit 2016 ist Olgun Präsident.

Das Parlament der IGGÖ ist der Schurarat. Dessen Mitglieder werden von den einzelnen Kultusgemeinden in ganz Österreich je nach Größe gewählt und entsandt. Der Schurarat bestimmt wiederum den Obersten Rat, das oberste Verwaltungsorgan der Glaubensgemeinschaft. Dessen Vorsitzender ist gleichzeitig Präsident der IGGÖ.




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