Letztes Update am Fr, 07.12.2018 11:10

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bischöfe verurteilen gewalttätige Ausschreitungen in Frankreich



Paris (APA) - Die Französischen Bischofskonferenz hat die gewalttätigen Ausschreitungen bei den Demonstrationen in Frankreich verurteilt. „Nur ein mutiger und konstruktiver Dialog kann zur Suche nach dem Gemeinwohl beitragen“, teilte der Vorsitzende, Erzbischof Georges Pontier, laut Kathpress in Paris mit.

Zugleich rief der Erzbischof von Marseille die Politiker auf, ihre Entscheidungen besser zu erklären. Andernfalls verstärke sich aufgrund der tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen ein „Gefühl der Ausgrenzung“. Dies wiederum führe zu einem „wachsenden Misstrauen“ in staatliche Institutionen.

Auch der Erzbischof von Paris, Michel Aupetit, mahnte nach Angaben der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) zum Dialog. Alle Seiten müssten bereit sein, sich von Gewissheiten zu verabschieden, um eine ehrliche Diagnose der Situation vornehmen zu können.

Seit Wochen wird das öffentliche Leben in Frankreich durch teils gewalttätige Proteste der „Gelbwesten“ („Gilet jaunes“) immer wieder lahmgelegt. Benannt ist die Bewegung nach den gelben Warnwesten, die die Demonstranten als Erkennungszeichen tragen. Zunächst richteten sich die Aktionen gegen eine geplante Steuererhöhung bei Kraftstoffen. Mittlerweile machen viele Franzosen ihrem Unmut über soziale Missstände Luft.

Der französische Staatschef Emmanuel Macron will sich Anfang kommender Woche zur Krise rund um die „Gelbwesten“-Proteste äußern. Am Wochenende werden wieder schwere Ausschreitungen befürchtet.




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