Letztes Update am Fr, 07.12.2018 11:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Merkel eröffnete historischen CDU-Parteitag in Hamburg



Berlin/Hamburg (APA/dpa) - Nach Wochen voller Spannung und Anspannung hat in Deutschland der Parteitag begonnen, auf dem die Christdemokraten über die Nachfolge von Angela Merkel entscheiden will. 1.001 Delegierte versammeln sich am Freitag in Hamburg zu der zweitägigen Veranstaltung unter dem Motto „Zusammenführen. Und zusammen führen.“. Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel wurde mit minutenlangem Applaus begrüßt.

Merkel hatte nach mehr als 18 Jahren an der CDU-Spitze Ende Oktober erklärt, sie wolle nicht mehr für den Parteivorsitz antreten. Um den Posten bewerben sich Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer (56), der frühere CDU/CSU-Fraktionschef Friedrich Merz (63) und der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn (38), der als chancenlos gilt.

Spahn ließ kurz vor der Wahl offen, wen er im Fall einer Stichwahl zwischen Merz und Kramp-Karrenbauer unterstützen würde. „Mein Ziel ist, dass ich im zweiten Wahlgang bin und dann unterstütze ich Jens Spahn“, sagte er im Südwestrundfunk.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet sagte vor Beginn des Parteitages im ZDF-“Morgenmagazin“, alle drei Kandidaten für den Parteivorsitz seien an den Koalitionsvertrag gebunden und pro-europäisch. Er könne nicht erkennen, dass „nach dem heutigen Tag“ ein Richtungswechsel einsetzen würde.

Es ist das erste Mal seit 1971, dass die CDU-Delegierten bei der Wahl ihres Vorsitzenden zwischen mehreren Kandidaten entscheiden. Die Noch-Parteichefin begrüßte den Wettbewerb. „Das ist Demokratie pur, wenn Auswahl besteht“, hatte Merkel am Vortag erklärt. Angela Merkel wird weiter deutsche Kanzlerin bleiben.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier betonte vor Beginn des Parteitages im Deutschlandfunk: „Wir wählen heute eine neue Parteivorsitzende, wir wählen keinen Kanzlerkandidaten und keine Kanzlerkandidatin.“ Die Entscheidung, wer das Kanzleramt in Zukunft anführe, werde gemeinsam mit der Schwesterpartei CSU getroffen, etwa ein Jahr vor der Bundestagswahl, sagte der CDU-Politiker - „und wie die Umstände dann sind und wie die Wahl dann ausfällt, das kann niemand wissen.“

Viele in der Union erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Merz und Kramp-Karrenbauer, möglicherweise eine Stichwahl. Die Stimmung zwischen den Top-Kandidaten Merz und Kramp-Karrenbauer hatte sich kurz vor dem Parteitag verschärft. Neben dem Vorsitzenden, den fünf Stellvertretern, dem Schatzmeister und fünf weiteren Präsidiumsmitgliedern werden in Hamburg auch 26 Mitglieder des Bundesvorstands sowie 19 Beisitzer gewählt.

Außerdem soll der Parteitag nach dem Willen des Bundesvorstands einen Beschluss zum umstrittenen UN-Migrationspakt fassen. Die Wähler reagierten zunächst positiv auf die Wechselstimmung bei den Christdemokraten. Im neuen ARD-Deutschlandtrend gewannen CDU und CSU vier Prozentpunkte hinzu und kamen somit auf 30 Prozent.




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