Letztes Update am Fr, 07.12.2018 11:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Grazer Musikverein: Nordisch-frische Weihnachtsklänge von tenThing



Graz (APA) - Ein weihnachtliches Konzert abseits der üblichen Klänge hat das Bläserensemble tenThing am Donnerstag in einem Konzert des Grazer Musikvereins geboten. Die neun Musikerinnen rund um die norwegische Startrompeterin Tine Thing Helseth gestalteten die unterschiedlichen Werke mit großem Können, viel Gefühl und einer Prise Humor. Der nordisch-frische Hauch von Weihnachten kam bei Publikum sehr gut an.

Die zehn Musikerinnen - drei Trompeten, Waldhorn, vier Posaunen und Tuba - boten in ihren dunklen, einfarbigen Abendkleidern in Edelsteinfarben einen eleganten Anblick. Die Chefin der Truppe, Tine Thing Helseth, spielte nicht nur virtuos ihre Solopassagen, sondern führte auch mit heiterer Begeisterung durch den Abend. Die Norwegerin, die schon mit zahlreichen großen Orchestern wie den Bamberger Symphonikern oder der NDR Elbphilharmonie Hamburg als Solistin zusammengearbeitet hat, gründete 2007 ihr eigenes Ensemble tenThing.

Das Konzert in Graz begann mit skandinavischen Volksliedern, die zum Teil auch weihnachtlichen Inhalt hatten. Effektvoll erklangen einzelne Passagen aus dem Zuschauerraum, was einen lebendigen Auftakt bereitete. Georg Friedrich Händels „Ankunft der Königin von Saba“ aus dem Oratorium „Solomon“ klang dagegen majestätisch und beinahe triumphierend. Ihre Virtuosität und ihren Farbenreichtum stellte die Gruppe aber anschließend bei Antonio Vivaldis „Winter“ unter Beweis, bei dem die zehn Blasinstrumente nach wesentlich mehr - und vor allem verschiedenen - Instrumenten klangen.

Schön und schlicht war Johann Sebastian Bachs „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, eine Kantate mit dem „Gesang“ der Trompeten und Posaunen. Geradezu ein Klassiker in jedem Weihnachtskonzert ist Arcangelo Corellis Concerto grosso, das er eigens für den heiligen Abend schrieb. Hier konnten gleich zu Beginn die Posaunen brillieren, insgesamt formte das Ensemble auch hier wieder einen facettenreichen Klang.

Nach der Pause folgten Weihnachtslieder, die höchst unterschiedlich interpretiert wurden. Das 400 Jahre alte Lied „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ endete in einer Swing-Variante, während Max Regers „Mariä Wiegenlied“ ohne Schnörkel in seiner Sanftheit wirkte. Die amerikanischen Hits wie „White Christmas“, „Winter Wonderland“ oder „Let it Snow“ brachten einen Hauch Filmromantik. Den Abschluss bildete „Stille Nacht“, wobei tenThing einmal mehr Klasse und Stilgefühl bewies.




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