Letztes Update am Fr, 07.12.2018 12:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Österreicher brauchen laut Arbeiterkammer immer länger zur Arbeit



Wien (APA) - Die Österreicher brauchen laut Arbeiterkammer immer länger in die Arbeit. „Derzeit rasen zwei Züge aufeinander zu: immer längere Arbeitszeiten und immer längere Wegzeiten. Auf der Strecke bleiben das Familien- und das Privatleben“, warnte Renate Anderl, Präsidentin der Wiener Arbeiterkammer, bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien, bei der eine Studie zum Thema Arbeitswege präsentiert wurde.

„Die Arbeitswege werden länger und stressiger“, stellte auch Sylvia Leodolter, Leiterin der Abteilung Umwelt und Verkehr in der Arbeiterkammer, fest. Die Zahl derjenigen, die österreichweit über die Bezirksgrenzen hinweg pendeln, habe stark zugenommen, berichtete Leodolter. Zwischen 2009 und 2016 sei sie von rund 730.000 auf 880.000, also um 20 Prozent, gestiegen. Die Zahl der Pendler in ein anderes Bundesland oder ins Ausland sei um rund 10 Prozent auf etwa 555.000 gewachsen. 30 Prozent der Pendler beurteilten das Öffi-Angebot laut Umfragen der AK für ihren Arbeitsweg als ungenügend.

Um Daten zu den Arbeitswegen der Österreicher zu erhalten, ließ die Arbeiterkammer die Ergebnisse der Befragung „Österreich unterwegs 2013/2014“ (18.232 befragte Haushalte) spezifisch auswerten. Laut der Studie brauchen 28 Prozent der Österreicher bis zu 10 Minuten pro Richtung, 26 Prozent benötigen zwischen zehn und 20 Minuten und 19 Prozent zwischen 20 und 30 Minuten. 13 Prozent brauchen hin und zurück jeweils mehr als 45 Minuten.

Die Wiener müssen durchschnittlich 32 Minuten pro Richtung einrechnen - das sind fünf Minuten mehr als im Österreichdurchschnitt. Die Vorarlberger brauchen am wenigsten lang zur Arbeit: Hier ist der Anteil der Arbeitswege unter 15 Minuten im Bundesländervergleich am höchsten (59 Prozent). In Wien liegt er dagegen nur bei 24 Prozent.

Die meisten Arbeitswege werden mit dem Auto zurückgelegt (68 Prozent). 14 Prozent der Österreicher sind öffentlich unterwegs, 12 Prozent zu Fuß und 6 Prozent mit dem Fahrrad.

„Die Menschen brauchen immer länger in den Job und kommen zusätzlich unter Druck wegen der neuen Möglichkeit für längere Arbeitszeiten“, sagte Anderl. Um das zu ändern, müsse an zwei Schrauben gedreht werden: „Das neue Arbeitszeitgesetz muss zurück an den Start“, forderte sie.

Zusätzlich müsse der öffentliche Verkehr weiter ausgebaut und verdichtet werden, um Wartezeiten für Pendler zu reduzieren. Sie bekräftigte unter anderem die Forderung nach einem durchgängigen 15-Minuten-Mindesttakt auf allen S-Bahnlinien und dem Ausbau der Südbahn. Zudem müsse die Abstimmung zwischen der Verkehrsmitteln verbessert werden.

( 1211-18, Format 88 x 102 mm)

~ WEB http://www.arbeiterkammer.at ~ APA229 2018-12-07/12:09




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