Letztes Update am Fr, 07.12.2018 12:44

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Seehofer verteidigt Mitte-Kurs von Merkel



Berlin (APA/Reuters) - CSU-Chef Horst Seehofer hat den politischen Kurs der scheidenden CDU-Chefin Angela Merkel im Grundsatz verteidigt. Im Gespräch mit „Spiegel“ widersprach Seehofer der These, Merkel habe die CDU zu weit nach links gerückt und so das Aufkommen der AfD erst ermöglicht.

„Wir haben durch Merkels angeblich so gefährliche Politik der Mitte bei der Bundestagswahl 2013 fast die absolute Mehrheit erreicht“, sagte Seehofer laut Vorabbericht. „Vor dieser Wahl lagen die Energiewende, der Ausbau der Kitas (Kindertagesstätten, Anm.) und die Abschaffung des Grundwehrdienstes.“ Erst durch die Verknüpfung der Flüchtlingskrise mit sozialen Problemen im deutschen Bundestagswahlkampf seien die Werte der Union erodiert.

Seehofer sagte voraus, nach Merkels Rückzug von der CDU-Spitze werde man sie noch sehr vermissen. „Sie ist die Beste“, sagte der CSU-Chef, der seinen Parteivorsitz bei einem Sonderparteitag am 19. Jänner abgeben will. Merkel hatte nach den deutlichen Verlusten von CSU und CDU bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen ihren Rückzug vom CDU-Vorsitz angekündigt. Seehofer zog mit seiner Ankündigung gut sechs Wochen später nach. Zwischen beiden hatte es in den vergangenen Jahren erbitterten Streit über die Flüchtlingspolitik gegeben.




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