Letztes Update am Fr, 07.12.2018 13:26

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Furcht vor „Schwarzem Samstag“ in Paris schreckt Touristen ab



Paris (APA/AFP) - Eiffelturm, Louvre und Metrostationen bleiben geschlossen, tausende Sicherheitskräfte sind im Einsatz: Am Samstag wird das Zentrum von Paris einer belagerten Stadt gleichen. Die Regierung fürchtet ein bisher nicht gekanntes Ausmaß an Gewalt am Rande der „Gelbwesten“-Proteste. Mit Folgen für Touristen und Geschäftsleute:

Mit welchen Einschränkungen müssen Paris-Besucher rechnen?

Zahlreiche Sehenswürdigkeiten bleiben am Samstag geschlossen: Dazu zählen unter anderem Touristen-Magneten wie der Eiffelturm, der weltberühmte Louvre und die Katakomben sowie das Musee d‘Orsay mit seiner Picasso-Ausstellung und der Grand Palais mit seiner Miro-Schau. Touristen sollten sich vorab auf den Webseiten der Pariser Museen informieren.

Welche Bereiche sollten Touristen meiden?

Besonders auf dem weltberühmten Boulevard Champs-Elysees und rund um den Triumphbogen werden Krawalle erwartet. Die Polizeipräfektur hat Geschäfte und Restaurants angewiesen, ihre Eingänge zu verbarrikadieren, um Plünderungen und eingeschlagene Schaufenster wie vergangenen Samstag zu vermeiden.

Auch in der edlen Rue du Faubourg Saint-Honore am Elysee-Palast, dem Amtssitz von Präsident Emmanuel Macron, werden Ausschreitungen befürchtet. Weitere Brennpunkte könnten die Gegend rund um die historische Oper sein, der Concorde-Platz sowie der Bastille-Platz.

Wie sieht es mit der Bewegungsfreiheit aus?

Wie auch am vergangenen Wochenende dürften einige Metrostationen in der Pariser Innenstadt schließen. Betroffen war unter anderem die von Touristen viel genutzte Linie 1, die Sehenswürdigkeiten wie den Louvre anfährt. Aktuelle Informationen gibt es auf der Webseite oder in der Handy-App des Nahverkehrsanbieters RATP, auch in deutscher Sprache.

Wer die Stadt zu Fuß erkundet - etwa am autofreien Seine-Ufer, rund um die Kathedrale Notre-Dame oder im traditionellen Studentenviertel Quartier Latin - sollte vorsichtshalber Bereiche meiden, wo Menschen in gelben Westen zusammenströmen.

Ist die persönliche Sicherheit gewährleistet?

Die Regierung hat alleine in Paris rund 8000 Sicherheitskräfte mobilisiert, 3400 mehr als am vergangenen Wochenende - landesweit sind 89.000 im Einsatz. Ihre Anweisungen sind zu beachten, an Bahnhöfen oder in großen Geschäften sind auch Taschenkontrollen möglich.

Ist es besser, den Paris-Urlaub zu stornieren?

Das Auswärtige Amt in Berlin rät - ebenso wie das österreichische Außenministerium - vorerst nicht von Reisen nach Paris oder in andere französische Städte ab. In den aktuellen Reisehinweisen des deutschen Außenamtes heißt es: „Mit Demonstrationen insbesondere in der Innenstadt von Paris und daher mit Behinderungen ist vor allem an Wochenenden zu rechnen.“

Solange es keine Reisewarnung gibt, bleiben Touristen im Stornofall gegebenenfalls auf Kosten sitzen. Wer die Stadt besucht, sollte sich jedoch ein Alternativprogramm zu den klassischen Sehenswürdigkeiten überlegen.

Welche Auswirkungen haben die Proteste auf Tourismus und Einzelhandel?

Der französische Hotellerie-Verband beklagt bis zum Jahresende einen Einbruch der Buchungen um 10 bis 15 Prozent. Die Einzelhändler sehen ihre Umsätze im sonst ertragreichen Vorweihnachtsgeschäft schwinden. Mehr als 200 Pariser Geschäfte wurden am vergangenen Wochenende zum Teil schwer beschädigt oder geplündert. Die Stadtverwaltung schätzt alleine die bisherigen Schäden an der Infrastruktur auf drei bis vier Millionen Euro.




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