Letztes Update am Fr, 07.12.2018 13:47

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU will stärker gegen Impfskepsis vorgehen



Brüssel (APA) - Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) hat am Freitag nach dem Rat für Gesundheit erklärt, das Motto der Ratspräsidentschaft, „ein Europa das schützt“, sei gerade im Gesundheitsbereich sehr wichtig. Leider gebe es immer noch viele Impfgegner, dabei wären Impfungen ein wichtiges Instrument, um Krankheiten zu vermeiden, betonte sie. Die Kommission präsentierte entsprechende Empfehlungen.

So gebe es derzeit „einen beispiellosen Masernausbruch, 2017 erkrankten europaweit ca. 14.000 Personen. Im Zeitraum Oktober 2017 bis September 2018 verstarben mindestens 37 Personen an Masern - Todesfälle, die durch Impfung vermeidbar gewesen wären“, sagte Hartinger-Klein. In Österreich seien heuer bis Ende November bereits 75 Fälle von Masern registriert worden und in den ersten drei Quartalen des Jahres 2018 seien sogar 1.427 Fälle von Keuchhusten gemeldet worden.

Daher habe sich der Rat angesehen, wie in der Praxis der digitalen Welt die Impfskepsis bekämpft werden könne, sagte die Gesundheitsministerin. „Im Vordergrund stehen Maßnahmen, die das Ziel der Erhöhung der Durchimpfungsraten haben“, sagte Hartinger-Klein. Das Ziel seien 95 Prozent. Zudem soll die Impfversorgung optimiert, elektronische Impfregister ausgebaut und die Forschung stärker gefördert werden, so die Ressortchefin.

EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis erklärte, „es ist in unserer Verantwortung, dass alle Kinder Zugang zu lebensrettenden Impfungen haben, egal wo sie leben“. „Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Kinder in Gefahr geraten.“ Daher sei es absolut nicht zulässig, dass Kinder in der EU heute noch an Masern sterben. Eine große Herausforderung sei hier der Kampf gegen Desinformation, betonte der EU-Kommissar. Vertrauen zu zerstören ginge schnell, allerdings „braucht es lange Zeit, um Vertrauen wieder aufzubauen“.




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