Letztes Update am Fr, 07.12.2018 15:59

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Polit-Prominenz im Herzen des Brennerbasistunnels



Innsbruck (APA) - Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und die EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc haben sich am Freitag in der 500 Meter unter der Oberfläche liegenden Querkaverne des Brennerbasistunnels getroffen. Nach den Reden folgte tirolerisch anmutende Musikuntermalung und die feierliche Enthüllung eines Schildes mit der Aufschrift „Violeta-Tunnel“.

Schließlich fungiert Bulc bereits seit 2015 als Patin des Tunnel-Großprojektes. Auch die „Patin“ hat sich aber die etwas holprige Einfahrt in den Tunnel, ebenso wie zahlreiche Journalisten, nicht ersparen können. Im Gegensatz zu den Medienvertretern und einigen ebenfalls mit Shuttle-Kleinbussen anreisenden Landespolitikern, startete sie ihre Anfahrt aber nicht vom Innsbrucker Landhausplatz , sondern von Steinach am Brenner aus. Kurz nach 12:00 fuhr sie vor.

Sichtlich gut gelaunt entstieg sie einem Reisebus, setzte sich einen Helm auf und erklomm nach der Rede des Tiroler Landeshauptmanns die in der Querkaverne aufgebaute Bühne, die außerdem mit Rednerpult und naher Fahnenpracht punktete. Bulc bemühte sich merklich ihrer Rolle als Tunnel-Patin gerecht zu werden. „Wir nutzen die hier gesammelten Erfahrung, um Standards bei vergleichbaren Projekten in ganz Europa zu etablieren“, lobte sie die Arbeiter und das Projektmanagement im „größten Tunnel der Welt“ gleichermaßen. Der Tunnel sei ein „Leuchtturmprojekt“, legte sie nach.

Die Baufortschritte dieses „Leuchtturmprojektes“ sind offenbar, zumal wenn man diversen Aussagen der Verantwortlichen folgt, sehr gut. Die am heutigen Tag Eingeladenen bekamen jedenfalls mehrere Ausbaustufen des Brennerbasistunnels zu Gesicht. Vom fertigen Tunnel-System bis zu noch unfertig wirkenden Tunnelwänden mit Plastikfolie als Abdichtung war alles vertreten. Bis zu zwölf neue Tunnel-Meter am Tag schaffe man, sagte eine BBT-Verantwortliche.

Im sogenannten „Verbindungstunnel West“ war die Strecke dann noch holpriger als bei der Einfahrt mit dem Shuttle-Bus. Am Tunnelrand standen Maschinen, unter anderem sogenannte „Brecher“. „Das hier ist nicht auf normale Fahrzeuge ausgerichtet“, sagte die BBT-Mitarbeiterin. Mittlerweile saß man nämlich nicht mehr in einem Shuttle-Kleinbus, sondern in einem VW-Caddy, was die Schlaglöcher noch stärker spürbar machte.

Zumindest aber waren die Scheiben jetzt nicht mehr beschlagen. Sofort nach der Einfahrt in den Brennerbasistunnel, unweit der Brennerautobahn, war nämlich Minuten zuvor nur mehr mit stark eingeschalteten Scheibenwischern an ein sicheres Fortkommen zu denken. Die Lichter an den linken und rechten Tunnelwänden dort leuchteten weiß und blau. Zumindest am heutigen Tag herrschte reger Gegenverkehr.

Nach der Tunnel-Eröffnung, auf ein genaues Datum wollte sich niemand festlegen, wird in gewissen Röhren, anders als bei der Einfahrt mit den Shuttle-Bussen, „italienischer Linksverkehr“ herrschen, wie im Tunnel vor Ort erklärt wurde. Als Teil der Berlin-Palermo Hochleistungsstrecke wird er auf „Mischverkehr“ ausgerichtet sein. Naturgemäß wurde in Tirol vor allem darüber gesprochen, dass man nach der BBT-Inbetriebnahme nur mehr 35 Minuten von Innsbruck nach Bozen benötige. Zumindest betonte das ein BBT-Verantwortlicher, der sowohl die anwesenden Journalisten als auch Politiker mit Informationen versorgte. „Der Brennerbasistunnel ist wichtig für viele Länder, er ist ein Projekt, das Nationen zusammenbringt“, stellte die EU-Verkehrskommisarin fest.




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