Letztes Update am Fr, 07.12.2018 17:59

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


William BarrEx-Minister mit Skandalerfahrung



Washington (APA/dpa) - Mit Affären und Sonderermittlern kennt William Barr (68) sich aus. Der Mann, den Donald Trump zu seinem Justizminister machen will, hatte den Posten schon einmal inne. Von 1991 bis 1993 war er Minister unter dem Republikaner George H. W. Bush. In seiner Amtszeit lehnte er zwei Mal die Ernennung eines Sonderermittlers ab.

Damals ging es um Hilfszahlungen und illegale Kredite an den Irak. Barr unterstützte es zudem, dass Bush mehrere Personen, die in die Iran-Contra-Affäre verwickelt waren, begnadigte.

Auch Trump schlägt sich mit mehreren Skandalen herum, allen voran mit der Russland-Affäre. Immer wieder hat der US-Präsident Spekulationen genährt, er könne einstige Vertraute, die im Visier der Justiz stehen, begnadigen. Die Ernennung Barrs löste sofort wieder eine Debatte darüber aus, dass Trump der Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller einen Riegel vorschieben könnte.

Barr hatte in einem Kommentar für die „Washington Post“ im Mai 2017 die Entlassung des FBI-Chefs James Comey durch Trump verteidigt. Manche Experten sehen in dem Schritt eine Behinderung der Justiz. Auch äußerte er sich in der Vergangenheit kritisch über Muellers Ermittlungen und erklärte, der Sonderermittler müsse sein Team politisch ausgewogener besetzen.

Barr ist in vieler Hinsicht ein typischer Vertreter des Washingtoner Establishments. Er stammt ursprünglich aus New York, hat Abschlüsse in Staatswissenschaften und Jus und arbeitete zu Beginn seiner Karriere beim Auslandsgeheimdienst CIA. Nach seinem Ausscheiden aus dem Justizministerium wechselte er in die Wirtschaft; zuletzt arbeitete er für die Kanzlei Kirkland & Ellis in der Hauptstadt.




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