Letztes Update am Fr, 07.12.2018 18:44

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankfurter Börse



Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Nach den herben Verlusten der Vortage hat Anlegern am deutschen Aktienmarkt am Freitag der Mut gefehlt. Zwischenzeitlich mit einem Prozent im Plus sah es beim DAX zu Wochenschluss zuerst nach einem kleinen Trostpflaster aus, dann aber wurde der Leitindex sichtlich gebremst von der anhaltend schwachen Wall Street. In der Schlussphase drehte er sogar mit 0,21 Prozent ins Minus auf 10.788,09 Punkte. Der MDAX dagegen verteidigte ein Plus von 0,39 Prozent auf 22.535,45 Punkte.

Geprägt von den Handelssorgen, die vom Zollstreit mit China ausgehen, hat sich das Bild an den New Yorker Börsen am Freitag weiter eingetrübt. Der Dow Jones Industrial tendierte zum Handelsschluss in Europa mit etwa 1,5 Prozent im Minus. Dies stimmte letztlich auch die Anleger in Deutschland weiter ängstlich, weshalb der DAX einer sehr enttäuschenden Woche den letzten Ruck gab. Im Vergleich zur Vorwoche hat er etwa vier Prozent verloren.

Am Montag hatte der deutsche Leitindex noch kurz Hoffnung auf eine Jahresendrally gemacht, dann aber ging es im Eiltempo bergab auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Der Fall unter die psychologisch wichtige Marke von 11.000 Punkten hat laut Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader „deutlichen Schaden“ angerichtet. Die Nervosität auf dem Börsenparkett bleibe hoch, glaubt der Experte.

Unter den Einzelwerten standen die Fresenius-Aktien mit einem fast 18-prozentigen Kurseinbruch negativ im Anlegerfokus. Damit wurden sie so günstig wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Fresenius hatte wegen einer zuletzt schwächeren Geschäftsentwicklung und hohen Investitionen im kommenden Jahr seine Ziele für 2020 gekappt.

Die Bad Homburger hätten sich mit der zweiten Gewinnwarnung innerhalb weniger Monate selbst entzaubert, sagte ein Händler. In den vergangenen zwei Monaten haben die Titel im Zuge dessen schon mehr als 40 Prozent an Wert eingebüßt. Die Papiere der Tochter FMC gerieten am Freitag in Mitleidenschaft und verloren etwa 8,5 Prozent an Wert.

Papiere von Adidas reagierten mit einem Anstieg um knapp 1 Prozent auf eine Übernahme im Sportartikelsektor. Das Interesse einer chinesische Investorengruppe am finnischen Sportartikelhersteller Amer Sports sei im Sinne einer Branchenkonsolidierung positiv zu werten und schüre Übernahmefantasie, sagte ein Börsianer.

Übertrumpft wurden sie vor allem von den üblicherweise sehr schwankungsreichen Wirecard-Aktien, die um 2,8 Prozent kletterten. Bayer zogen im späten Handel an und gewannen letztlich 1,7 Prozent. Hier half ein Medienbericht, wonach der aktivistische Investor Elliott bei dem Agrochemie- und Pharmakonzern eingestiegen sein soll.

Außerhalb des DAX zogen die Aktien von Morphosys die Blicke auf sich mit einem 3-prozentigen Kursplus, nachdem das Biotech-Unternehmen positive Therapieergebnisse für einen Schuppenflechte-Wirkstoff in Aussicht gestellt hatte.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA497 2018-12-07/18:41




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