Letztes Update am Fr, 07.12.2018 23:47

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Huawei-Finanzchefin droht bei Auslieferung in die USA jahrelange Haft



Vancouver/Shenzhen (APA/Reuters) - Die festgenommene Finanzchefin des chinesischen Technologieriesen Huawei, Meng Wanzhou, kämpft um ihre Freilassung auf Kaution. Es gebe keine Fluchtgefahr, argumentierte ihr Anwalt David Martin am Freitag vor einem Gericht im kanadischen Vancouver. Schließlich sei Meng in der Öffentlichkeit bekannt, eine Flucht würde zudem ihren Vater, Huawei-Gründer Ren Zhengfei, demütigen.

Bei einer Auslieferung in die USA drohen der 46-Jährigen Anklagen wegen Betrugs im Zusammenhang mit Iran-Sanktionen. Im Fall einer Verurteilung könnte sie für Jahrzehnte ins Gefängnis gehen. US-Ermittler fordern die Auslieferung Mengs. Sie werfen ihr vor, Verbindungen zu einer Firma vertuscht zu haben, die trotz Sanktionen technische Geräte an den Iran verkaufte.

Nach der Festnahme der Top-Managerin haben sich die Fronten zwischen dem Westen und der Volksrepublik verhärtet. Chinesische Staatsmedien wiesen am Freitag Vorwürfe gegen Meng zurück und holten zum Gegenschlag aus: Es sei „zweifelsohne wahr und bewiesen“, dass die USA alles versuchten, um Huaweis Expansion in der Welt einzudämmen, schrieb die englischsprachige „China Daily“.

Huawei mit seinen 180.000 Mitarbeitern ist der weltgrößte Netzwerkausrüster und der zweitgrößte Produzent von Smartphones. Der Aufstieg und der Ausbau der Geschäfte im Ausland in den vergangenen Jahren war rasant. Die Eignerstruktur ist jedoch undurchsichtig, westliche Geheimdienste haben Sicherheitsbedenken. Sie befürchten Einflussnahme durch die Regierung in Peking, Spionage und Störung der nationalen Netze.

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