Letztes Update am Sa, 08.12.2018 08:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Aperitivo statt Tee: Neue Italo-Bar mit Küche im Wiener Ritz-Carlton



Wien (APA) - Statt Kaffee, Kuchen oder einem Fünf-Uhr-Tee gibt es nun im Hotel Ritz-Carlton an der Wiener Ringstraße Negroni, Aperol Spritz und Co. Der aus Sizilien stammende zwei-Sterne-Koch Ciccio Sultano hat mit „Pastamara“ - einer Bar mit Küche - die Kultur des italienischen Aperitivo nach Wien gebracht. Gegessen und getrunken werden kann jedoch den ganzen Tag, wie versichert wird.

Wie passen Wien und die Leichtigkeit Italiens - Stichwort „Dolce far niente“ - zusammen? „Auch in Wien schätzt man es, sich zu treffen. Man denke nur an die Kaffeehauskultur“, meinte Denis Nordmann vom Ritz-Carlton Vienna im Gespräch mit der APA. Im noblen Ringstraßenhotel begann man vor über einem Jahr das Konzept des „Pastamara“ zu entwickeln. Das Ergebnis ist eine ganztägig geöffnete Bar, in der die aus Norditalien stammenden Aperitivo-Kultur in den Mittelpunkt und die Küche in den Hintergrund gestellt wird. Der Klassiker des Aperitivo, der Negroni (14 Euro), wird für jeden Gast individuell auf einem eigens gebauten Barwagen gemixt. Traditionell werden dazu kostenfreie, kleine Köstlichkeiten serviert.

Nachdem Ciccio Sultano und sein Souschef Nicola Zamperetti waschechte Sizilianer sind, werden die zu den Aperitivo Cocktails angebotenen Speisen um die süditalienische Dimension erweitert. Da gibt es beispielsweise typisches Streetfood wie Arancini - frittierte Safran-Reisbällchen mit Ragu (5 Euro). Die Produkte werden aus Sizilien importiert und um regionale Lebensmittel ergänzt. Die gute Qualität der Lebensmittel - sowie Sonne und Liebe - mache Süditalien so attraktiv, versicherte Zamperetti.

„Pastamara“ soll ein Ganztagesprogramm sein, daher gibt es neben Frühstück auch Panini, Suppen, Pasta und Fleischgerichte. Eine Besonderheit unter den „Secondi“ ist das schwarze Nebrodi-Schwein, eine in Sizilien heimische Rasse. Serviert wird es mit einer Chiaramontana-Füllung und Salzkartoffeln (22 Euro). Dabei werden die Gerichte nicht nach dem Rezept der guten, alten Nonna zubereitet, sondern neu interpretiert. Weil die Speisen auch ganz leger an der Bar konsumiert werden können, sind die Portionen klein gehalten. Italienisches Flair wird im „Pastamara“ nur subtil, beispielsweise über Marmor- und Terrakottaelemente, vermittelt. Der Chic einer Hotelbar soll dadurch erhalten bleiben.

Der Name „Pastamara“ hat außerdem nichts mit Pasta zu tun, sondern bedeutet „bittere Paste“ und steht in Sizilien für die Kakaobohne. Doch auch Süßes gibt es zu essen, wie die sizilianischen Cannoli mit Ricottafülle (8 Euro), deren Zubereitung zwei Tage in Anspruch nehmen. In Italien ist der mit zwei Michelin Sternen ausgezeichnete Ciccio Sultano mit seinen zwei Restaurants „Duomo“ und „I Banchi“ in Ragusa Ibla sehr bekannt.




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