Letztes Update am Sa, 08.12.2018 09:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pressestimmen zur Wahl der neuen CDU-Vorsitzenden 2



Hamburg (APA/dpa) - „El Mundo“ (Madrid):

„Nicht nur Deutschland, ganz Europa braucht eine starke CDU, die weiterhin ein starkes Gegengewicht zum Populismus und zur extremen Rechten bildet. Die gute Nachricht ist, dass Kramp-Karrenbauer eine starke Europa-Befürworterin ist. Hoffentlich wird sie in der Lage sein, der Aufgabe gerecht zu werden, damit die EU aus ihrem Niedergang herauskommt und ihre Integration vorantreiben kann.“

„El Pais“ (Madrid):

„Sie hat einen endlos langen Namen und eine lange politische Karriere hinter sich. Annegret Kramp-Karrenbauer war die Konsens-Kandidatin, die vielleicht nicht alle mit Begeisterung erfüllt, aber mit der viele in der Partei das Gefühl haben, koexistieren zu können. Sie ist konservativ, aber nicht zu sehr. Sie ist der Kontinuität verschrieben, aber nicht gänzlich. Vor allem aber hat sie sich als sehr tatkräftige Politikerin erwiesen, die in der Lage ist, in ihrem kleinen Saarland Wahlen zu gewinnen.“

„NRC Handelsblad“ (Amsterdam; Onlineausgabe):

„Kramp-Karrenbauer ist eine Politikerin, die zusammenführen kann. Das hat sie im letzten Jahr unter Beweis gestellt. Als im Sommer der Streit zwischen der CDU und der bayerischen CSU drohte, sich zu einem Bruch der christdemokratischen Schwesterparteien auszuweiten, spielte Kramp-Karrenbauer hinter den Kulissen eine Schlüsselrolle bei der Beilegung der Krise. Nun steht sie vor der Aufgabe, Merkel-Kritiker und Merkel-Anhänger in ihrer Partei wieder auf eine gemeinsame Linie zu bringen.“

„de Volkskrant“ (Amsterdam):

„So knapp er auch war, der Wahlsieg von AKK (Kramp-Karrenbauer, Anm.) - wieder eine gemäßigte Kandidatin und wieder eine Frau - verdeutlicht, wie sehr sich die Partei in den 18 Jahren unter dem Vorsitz Angela Merkels verändert hat. Für Merkel dürfte sich die Wahl Kramp-Karrenbauers anfühlen wie ein Abschiedsgeschenk.“

„De Standaard“ (Brüssel):

„Auf die neue Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer wartet in Berlin viel Arbeit, denn die CDU ist dabei zu erodieren. Die Partei sucht einen Kurs in einem stark veränderten Deutschland. Die Grünen und die AfD haben ihr Wähler abspenstig gemacht und das erfordert eine selbstkritische Analyse. (...) Kramp-Karrenbauer muss schnell aus dem Schatten von Angela Merkel treten, denn in den Rängen der Partei hat sich eine gewisse Merkelmüdigkeit eingeschlichen. Das dürfte aber nicht schwierig sein, wie Eingeweihte meinen. Denn Kramp-Karrenbauer folgt ihrem eigenen Kurs.“

„Berlingske“ (Kopenhagen):

„Es ist eine schwierige Aufgabe, die auf Annegret Kramp-Karrenbauer als Vorsitzende der größten bürgerlichen Partei im größten Land Europas wartet. Einerseits muss sie für Kontinuität sorgen. Auf der anderen Seite sollte jedem Christdemokraten klar sein, dass es so nicht weitergehen kann. (...) Europa braucht eine starke CDU als Rückgrat eines starken Deutschlands, das fest zum Respekt vor den demokratischen Werten und internationalen Abkommen steht, in einer Zeit, in der fragwürdige Charaktere wie (Russlands Präsident) Wladimir Putin und (der türkische Staatschef) Recep Tayyip Erdogan nur selten eine Gelegenheit verpassen, die EU zu unterminieren und gegen sie zu arbeiten. Aus diesem Grund müssen Europas Bürgerliche hoffen, dass sich die CDU um ihre neue Vorsitzende sammelt.“

„Aftenposten“ (Oslo):

„Nachdem die Wahl in vielerlei Hinsicht zwischen Kontinuität und Aufbruch stand, ist es nicht beruhigend, mit einer Marge von 52 zu 48 Prozent zu gewinnen. Fast die Hälfte der Partei will einen völlig anderen Führungstyp als Merkel. Die Frage ist, ob die neue Vorsitzende von Deutschlands konservativer Volkspartei den Anschub geben kann, den die Partei nach all den Jahren mit Merkel braucht. Ich bezweifle das, obwohl Kramp-Karrenbauer eine sympathische Führungspersönlichkeit mit bedeutender Regierungserfahrung ist, wenn auch aus einem sehr kleinen Bundesland.“




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