Letztes Update am Sa, 08.12.2018 10:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Gelbwesten“ versammeln sich in Paris - Großes Polizeiaufgebot



Paris (APA/dpa/AFP) - Mehrere Hundert Demonstranten in gelben Westen haben sich am Samstagmorgen auf der Pariser Prachtstraße Champs-Elysees versammelt. In der gesamten Stadt waren zahlreiche „Gelbwesten“ unterwegs.

In Frankreich wird am Samstag mit schweren Ausschreitungen bei den Protesten der „Gelbwesten“ gerechnet, insbesondere in der Hauptstadt. Ein massives Aufgebot an Sicherheitskräften war im Einsatz. Die Regierung hat landesweit 89.000 Sicherheitskräfte mobilisiert, in Paris sind es 8.000.

Die Polizei kontrollierte Taschen und Rucksäcke von Passanten. Etliche Geschäfte im Zentrum der Stadt waren aus Furcht vor Chaos und Plünderungen nicht geöffnet, viele von ihnen hatten ihre Schaufenster verbarrikadiert. Pariser Touristen-Attraktionen wie Eiffelturm und Louvre bleiben geschlossen. Zudem bleiben 36 Stationen der U-Bahn und der Vorortbahnen RER geschlossen. Rund 50 Buslinien wurden unterbrochen oder umgeleitet.

Bereits vor Beginn der „Gelbwesten“-Proteste sind am Samstagmorgen einige Hundert Menschen in der Hauptstadt festgenommen worden, 278 Personen wurden in Paris festgenommen. Das bestätigte die Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Grund sei in vielen Fällen gewesen, dass die Menschen sich einer Gruppe angeschlossen hätten, die „Gewalt gegen Personen oder die Zerstörung von Gegenständen“ vorbereitet habe, hieß es. Es handle sich meist um Verdächtige im Alter von rund 30 Jahren, die aus dem Umland nach Paris gereist seien, sagte eine Quelle, die mit den Fällen vertraut ist, der Nachrichtenagentur AFP. Die Festgenommenen trugen demnach Masken, Steinschleudern, Hämmer und Pflastersteine bei sich.

Frankreichs Regierung befürchtet Ausschreitungen und will mit einem massiven Aufgebot von Sicherheitskräften eine Eskalation verhindern. Am vergangenen Wochenende war es bei Protesten der „Gelben Westen“ in Paris zu Krawallen und mehreren Hundert Festnahmen gekommen.

Die Protestbewegung fordert unter anderem Steuersenkungen. Ihre Wut richtet sich aber auch gegen Präsident Emmanuel Macron und dessen Reformpolitik. Die Protestbewegung fordert den Rücktritt Macrons sowie allgemeine Steuersenkungen, höhere Pensionen und Löhne. Die bisherigen Zusagen der Regierung reichen den Aktivisten nicht aus. In ganz Frankreich sind am Wochenende Protestaktionen geplant.




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