Letztes Update am Sa, 08.12.2018 12:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Paul Ziemiak eckt gerne an - Nun soll er CDU-Reihen schließen



Hamburg (APA/Reuters) - Der neue Generalsekretär der deutschen CDU, Paul Ziemiak, hat lange gezögert, das Angebot der neu gewählten Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer anzunehmen. Denn der 33-jährige Vorsitzende der Jungen Union fühlte sich im Rennen um den CDU-Vorsitz eher den beiden nordrhein-westfälischen Kandidaten Friedrich Merz und Jens Spahn verpflichtet.

Mit dem Letzterem ist er auch befreundet. Aber nachdem Kramp-Karrenbauer die Wahl gewonnen hatte, willigte der junge Bundestagsabgeordnete am Freitagabend doch noch ein - gerade weil das Angebot auch ein Signal der neuen Partei-Chefin ist, die Reihen wieder schließen zu wollen.

Erst im Oktober war Ziemiak mit 91,1 Prozent als JU-Bundeschef bestätigt worden. Seine Hartnäckigkeit und Durchsetzungskraft zeigte sich schon zu seinem Amtsantritt im Jahr 2014: Mit einer engagierten Rede gelang es ihm, die Delegierten bei einer Kampfabstimmung von sich zu überzeugen. Er trat damals die Nachfolge des langjährigen Vorsitzenden Philipp Mißfelder an. Nach der Bundestagswahl 2017 zog Ziemiak erstmals in den Bundestag ein.

Der neue Generalsekretär wurde 1985 im polnischen Stettin (Szczecin) geboren, lebte ab 1988 aber mit der Familie in Iserlohn. Im Anschluss an seine Matura begann Ziemiak ein Studium der Rechtswissenschaften. Nach einem gescheiterten Examensversuch brach er das Jusstudium jedoch ab und absolvierte ein Studium in Unternehmenskommunikation.

1999 trat Ziemiak in die Junge Union ein, 2001 wurde er dann Mitglied der CDU. 2012 wählte ihn die JU Nordrhein-Westfalen zum Landesvorsitzenden. Ziemiak macht sich immer wieder für eine generationengerechte Sozial- und Rentenpolitik stark. Er gilt als bodenständig und konservativ. Wiederholt kritisch hat er sich zur Flüchtlingspolitik der deutschen Regierung geäußert.

In Hamburg erhielt er ein mageres Ergebnis von 62,8 Prozent, wohl weil nicht allen in der Partei sein teils regierungskritisches Agieren als JU-Chef behagte. Ziemiak selbst sprach von einem „ehrlichen Ergebnis“, das Ansporn für ihn sei, hart als Generalsekretär zu arbeiten. Er hatte schon in seiner Bewerbungsrede dafür geworben, in der CDU ab jetzt lagerübergreifend zusammenzuarbeiten. Dieser Appell dürfte auch im Kalkül Kramp-Karrenbauers gelegen haben, den jungen Nordrhein-Westfalen in ihr neues Team einzubinden.




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