Letztes Update am Sa, 08.12.2018 12:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Massenpanik in Ancona: Zu viele Karten für Rap-Konzert verkauft



Rom/Ancona (APA) - In der Diskothek in der norditalienischen Adria-Hafenstadt Ancona, in der sechs Menschen bei einer Massenpanik ums Leben gekommen sind, befanden sich wesentlich mehr Personen als erlaubt. Nach Ermittlerangaben hätten zum Konzert des Mailänder Rap-Stars Sfera Ebbasta maximal 870 Personen zugelassen werden dürfen, 1.300 Eintrittskarten seien aber verkauft worden.

Ursache für die Massenpanik könnte ein von einem Besucher versprühtes Reizgas wie etwa Pfefferspray gewesen sein. Viele Discogäste begannen zu husten, Panik verbreitete sich im Lokal. Ein Notausgang soll versperrt gewesen sein. Die Jugendlichen drängten sich zu dem einzig offenen Ausgang. Massen von Teenagern wurden gegen eine Mauer gedrängt, die einstürzte.

Bei den Opfern handelt es sich um drei Mädchen und zwei Burschen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren und um eine 39-jährige Mutter, die ihre Tochter zum Konzert begleitet hatte. 100 Personen wurden verletzt, zwölf davon schwer. Der Rapper Sfera Ebbasta gilt als Idol italienischer Teenager.

Der italienische Präsident Sergio Mattarella kondolierte den Familien der Opfer und forderte gründliche Untersuchungen zu den Ursachen dieser Tragödie. „Bürger haben Recht auf Sicherheit, sowohl am Arbeitsplatz, als auch an Vergnügungsorten“, wurde Mattarella in einer Presseaussendung zitiert. Die italienische Abgeordnetenkammer, in der am Samstag über den italienischen Haushaltsplan abgestimmt wurde, hielt eine Schweigeminute ab.

Unterdessen tobt in Italien eine scharfe Debatte über die Sicherheit in Diskotheken, in denen Gewalt und Illegalität floriere. Alkohol- und Drogenmissbrauch seien in Italiens Nachtlokalen die Normalität, beklagten italienische Medien.

( 1215-18, Format 88 x 55 mm)




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