Letztes Update am Sa, 08.12.2018 13:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


SPE-Kongress - Rendi-Wagner bemängelt EU-Gesundheitsversorgung



Lissabon (APA) - Die neue SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hat am Samstag die Gesundheitspolitik als Beispiel herausgegriffen, woran es in der EU noch kranke. Es gebe in Europa immer noch Regionen, in denen die Gesundheitsversorgung nicht gesichert sei. Das sei eine „Schande“, erklärte Rendi-Wagner beim Kongress der Europäischen Sozialdemokraten (SPE) in Lissabon.

Die promovierte Medizinerin, die von den in Portugals Hauptstadt versammelten Genossen explizit als „Doctor“ auf das Podium gebeten wurde, verwies bei dem Panel zum Thema „Sustainable Europe“ darauf, dass ihre Erfahrungen als Ministerin gezeigt hätten, wie wichtig internationale Kooperation und auch freie Mobilität für das Krisenmanagement etwa im Gesundheitsbereich, aber auch in der Pharmazie sei. Seuchen oder Viren würden auch keine Grenzen kennen.

Rendi-Wagner zählte aber auch „Klimawandel und Umweltverschmutzung“ in ihrem Lissabonner Referat zu den „wichtigsten Herausforderungen“ der nächsten Zukunft. „Der Klimawandel ist eine harte und nachgewiesene Tatsache“, hielt die SPÖ-Vorsitzende fest. Seine negativen Auswirkungen seien „ein globales Problem, das wir aufhalten müssen“. Es müsse aber auch „sozial verträglich“ bekämpft werden.

Zur Lösung dieser und aller sozialen Fragen in einer bisher „nicht perfekten“ Europäischen Union müssten Solidarität und Nachhaltigkeit eine weit größere Rolle spielen als derzeit, appellierte Rendi-Wagner, die sich in Lissabon unter anderen auch mit Portugals sozialistischem Premier Antonio Costa, dessen spanischem Amtskollegen Pedro Sanchez, dem wiedergewählten bulgarischen SPE-Vorsitzenden Sergej Stanischew, Labour-Chef Jeremy Corbyn und Parteikollegen aus Ungarn, Belgien, Dänemark oder Finnland austauschte.

Im Gespräch mit österreichischen Journalisten räumten Rendi-Wagner und der SPÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl, Andreas Schieder, aber ein, dass auch gewisse Defizite und Probleme in von sozialdemokratischen Parteien regierten Ländern wie der Slowakei oder Rumänien angesprochen werden müssten.

„Wir müssen den Kongress nützen, um diese Fragen ehrlich zu diskutieren“, sagte Rendi-Wagner. „Rechtsstaatlichkeit muss gewährleistet sein. Wir müssen diese Länder von innen heraus mitnehmen und auf den Weg der Rechtsstaatlichkeit zurückzuführen. Bisher wurden diese Diskussionen nicht in dieser Ehrlichkeit geführt.“

Schieder ergänzte, dass die SPÖ diesbezüglich traditionell eine „spezielle Verantwortung“ am Balkan habe. Es habe aber bereits Gespräche gegeben, „auch vor Ort, ohne das an die große Glocke zu hängen“.

~ WEB http://www.spoe.at ~ APA143 2018-12-08/13:24




Kommentieren