Letztes Update am Sa, 08.12.2018 14:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Gelbwesten“ - Zusammenstöße von Demonstranten und Polizei in Brüssel



Paris/Brüssel (APA/dpa/AFP/Reuters) - In Belgiens Hauptstadt Brüssel sind Protestierende der „Gelbwesten“ mit der Polizei zusammengestoßen. Rund 500 Demonstranten seien bis vor die EU-Gebäude der Stadt gezogen, die von der Polizei abgeriegelt worden seien, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Samstag. Einem kleinen Teil der Gruppe sei es gelungen, die Barrikade zu durchbrechen.

Dabei seien Flaschen und ein Wegweiser auf Polizisten geworfen worden. Diese hätten mit Tränengas reagiert. Nach Festnahmen habe sich die Lage aber schnell beruhigt, erklärte eine Polizeisprecherin.

Zeitgleich besetzten mehrere Hundert „Gelbwesten“ einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt im Brüsseler EU-Viertel. Die Polizei ging laut den Angaben mit Wasserwerfern gegen die Straßenbesetzer vor.

Bei Protesten wurden am Samstag etwa hundert Menschen festgenommen. Die meisten von ihnen wurden noch vor Beginn der Demonstration im Rahmen von „präventiven Maßnahmen“ in Gewahrsam genommen, wie die Polizei mitteilte.

Das Europaviertel, in dem Institutionen wie die EU-Kommission, der EU-Rat und das EU-Parlament ihren Sitz haben, wurde wegen der Demonstration komplett abgeriegelt.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga gingen belgische „Gelbwesten“-Demonstranten am Samstag auch in der Region Westflandern auf die Straße. Sie blockierten demnach bei Rekkem nahe der Grenze zu Frankreich eine Autobahn. Auch auf der Autobahn bei Adinkerke errichteten Aktivisten laut Belga eine Straßensperre.

Die Protestbewegung hat ihren Ursprung in Frankreich, wo die „Gelbwesten“ seit Wochen den Rücktritt von Präsident Emmanuel Macron sowie Steuersenkungen, höhere Pensionen und Löhne fordern. Ende November waren Proteste der „Gelbwesten“ in Brüssel in Gewalt umgeschlagen. Zwei Polizeifahrzeuge wurden in Brand gesteckt.

Am Rande von „Gelbwesten“-Protesten in Paris setzten die Sicherheitskräfte indes Wasserwerfer und Tränengas gegen Demonstranten ein. Zuvor hatten Protestteilnehmer versucht, Barrikaden in der Innenstadt zu errichten, wie auf Fernsehbildern vom Samstag zu sehen war. Ein dpa-Reporter berichtete, auch gepanzerte Fahrzeuge der Gendarmerie seien eingesetzt worden.

In ganz Frankreich hat die Protestbewegung der „Gelben Westen“ für Samstag erneut zu Aktionen aufgerufen. In Paris waren 8.000 Sicherheitskräfte im Einsatz, um eine Eskalation wie in der Vorwoche zu verhindern, als es in der Hauptstadt zu schweren Krawallen gekommen war. Die „Gelbwesten“ fordern unter anderem Steuersenkungen. Ihre Wut richtet sich aber auch gegen Präsident Emmanuel Macron und seine Reformpolitik. Es ist das vierte Wochenende mit landesweiten Protesten in Folge.




Kommentieren