Letztes Update am Sa, 08.12.2018 16:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Jemens Außenminister: Forderung nach Abzug der Rebellen aus Hodeidah



Sanaa/Stockholm (APA/AFP) - Hodeidah müsse wieder unter Kontrolle der Regierung gestellt werden, sagte der jemenitische Außenminister Khaled al-Jamani am Rande der Beratungen in Schweden der Nachrichtenagentur AFP. Er sei offen für eine Zusammenarbeit mit der UNO, der Hafen müsse aber dem jemenitischen Verkehrsministerium unterstellt werden.

Die strategisch wichtige Hafenstadt, über die ein Großteil der Hilfslieferungen in den Jemen kommt, wird seit 2014 von den Houthis kontrolliert. Die Rebellen lehnen einen Abzug kategorisch ab.

Die Regierung wirft den Rebellen vor, über den Hafen in Hodeidah Waffen aus dem Iran ins Land zu schmuggeln, was Teheran bestreitet. Die Houthi-Kämpfer beschuldigen ihrerseits die Regierung und ihren Verbündeten Saudi-Arabien, absichtlich Lebensmittellager anzugreifen.

Auch in der Debatte über die Wiedereröffnung des Flughafens in der Rebellenhochburg Sanaa ist keine Einigung in Sicht. Der Hauptflughafen des Landes sollte langfristig nach Aden verlegt werden, sagte al-Jamani in seinem ersten Interview seit Beginn der Gespräche am Donnerstag. Die Stadt im Süden des Landes ist der de-facto-Regierungssitz der jemenitischen Führung.

Die Hauptstadt Sanaa befindet sich hingegen in den Händen der Rebellen. Der Luftraum wird jedoch durch die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition kontrolliert. Die Houthi-Rebellen verlangen, dass die Militärallianz den Flughafen für den zivilen Flugverkehr freigibt. Den Vorschlag der Regierung zur Wiedereröffnung, der eine Kontrolle der Flugzeuge an Transitpunkten durch die Regierung vorsah, lehnten die Rebellen ab.

Der UN-Vermittler Martin Griffith bemüht sich in der Ortschaft Rimbo nördlich von Stockholm in indirekten Gesprächen seit Donnerstag um eine Annäherung der Konfliktparteien. Greifbare Ergebnisse wurden bis Samstag aber nicht erzielt.

Die Regierungsseite zweifelte am Samstag die Bereitschaft der Rebellen zu ernsthaften Verhandlungen an. Aufgrund von Erfahrungen aus der Vergangenheit vermute sie, „dass sie es nicht ernst meinen“, sagte die Unterhändlerin Rana Ghanem. Dennoch habe sie die Hoffnung, dass die Gespräche in Schweden „zum Abbau der Spannungen führen und das Leid der Bevölkerung lindern können“.

2016 waren Friedensgespräche zwischen der Regierung und den Rebellen nach mehr als hundert Tagen ergebnislos abgebrochen worden. Die Houthi-Delegierten saßen anschließend wegen einer Luftblockade drei Monate im Sultanat Oman fest.

Ein Vermittlungsversuch im September wurde von den Rebellen boykottiert. Die Houthi-Vertreter weigerten sich, nach Genf zu reisen. Sie warfen der UNO damals vor, keine Sicherheitsgarantien für die Rückkehr ihrer Delegation nach Sanaa gegeben zu haben.




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