Letztes Update am Di, 18.12.2018 10:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Grazer Orchester Recreation bewies bei „Messiah“ Klasse



Graz (APA) - Mit Georg Friedrich Händels „Messiah“ hat das Große Orchester Recreation am Montag in Graz einen strahlenden Auftakt für Weihnachten gesetzt. Unter der sicheren Stabführung von Andreas Stoehr geriet das Oratorium nicht nur klangschön, sondern auch dramatisch. Die Solisten erfüllten ihre Aufgaben großteils ausgezeichnet und setzten einige schöne Glanzlichter, der homogene Chor überzeugte ebenfalls.

Vor Weihnachten sind nahezu alle Konzerte voll, daher sagt der prall gefüllte Stephaniensaal noch nichts aus. Scheinbar sind in dieser Zeit auch jene bereit, sich ein fast dreistündiges Konzert mit Barockmusik anzuhören, die sonst keinen Fuß in einen Konzertsaal setzen. Dabei ist das Oratorium, das Händel Mitte des 18. Jahrhunderts schrieb und das 1742 in Dublin uraufgeführt wurde, eigentlich für die Karwoche und nicht für den Advent gedacht, auch wenn es zu Beginn um die Geburt Jesu geht. Das tat der Begeisterung aber keinen Abbruch.

Das Orchester präsentierte sich in guter Form und bot unter der umsichtigen Leitung von Andreas Stoehr sicheres Spiel und effektvolle Töne. Der erste Teil ist beherrscht von der Verheißung eines Erlösers, die Hoffnung gipfelt in der effektvollen Chornummer „For unto us a Child is born“. Unglaublich exakt und dabei wortdeutlich vom jungen Chor Cantanima gesungen, funkelte diese Nummer in verheißungsvollen Farben. Das Versprechen löste sich dann im „Halleluja“ ein, dieser bekanntesten aller Jubel-Nummern bei Hochzeiten, Krönungen oder Ehrungen der besonderen Art. Stoehr schaffte es, hier mit einem gedämpften Beginn den Boden für allumfassendes Hervorbrechen der Töne zu bereiten. Jubel und Freude, wohin das Auge blickte.

Trotzdem war der eigentliche Höhepunkt die berührend einfach vorgetragene Arie „I know that my Redeemer liveth“, die Sopranistin Cornelia Horak mit innerem Glühen und sicheren Höhen sang. Das Gegenstück - nicht minder effektvoll, wenn auch am anderen Ende der Lautstärkeskala - war „The trumpet shall sound“, ein gewaltiges Hervorbrechen der Urgewalten, das Mathias Hausmann kultiviert zum Besten gab. Von großer Spielfreude und biegsamem Tenor erwies sich Franz Gürtelschmied, während die junge Altistin Juliette Chauvet vorläufig mangelnde Stimmfülle noch durch Beseeltheit wett macht.

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(S E R V I C E - „Messiah“ von Georg Friedrich Händel, gespielt von Recreation Großes Orchester Graz. Weitere Termine: 18. und 19.12., jeweils 19.45 Uhr. https://styriarte.com/recreation/ )




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