Letztes Update am Mi, 19.12.2018 14:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland finanziert Moschee-Wiederaufbau in früherer IS-Hochburg



Erbil (APA/dpa) - Deutschland finanziert den Wiederaufbau einer Moschee in der nordirakischen Stadt Mosul, die drei Jahre lang in den Händen der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) war. Der deutsche Außenminister Heiko Maas kündigte am Mittwoch zum Abschluss seiner dreitägigen Reise durch das Land an, 450.000 Euro bis zum Jahr 2021 dafür zur Verfügung zu stellen.

Die Al-Aghawat-Moschee aus dem 18. Jahrhundert liegt neben einer historischen Brücke über den Fluss Tigris am Eingang zum Basar von Mosul und gehört mit ihrer großen, weißen Kuppel zu den markantesten Sakralbauten der Stadt.

„Nach Krieg und Konflikt beginnt in Irak eine neue Phase. Das soll sichtbar werden“, begründete Maas das Projekt in Zusammenarbeit mit der UNESCO. Deutschland wolle damit einen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der verschiedenen Religionen und Glaubensrichtungen im Irak leisten. „Kulturerbe gibt Orientierung und stiftet Identität – auch das ist für eine nachhaltige Versöhnung wichtig.“

Mosul war 2017 nach drei Jahren IS-Herrschaft von irakischen Streitkräften zurückerobert worden. Die ehemalige Millionenstadt wurde dabei stark zerstört. Die schlechte Sicherheitslage erschwert vielen Flüchtlingen die Rückkehr zusätzlich. Der IS ist in der Region Mosul immer noch aktiv und terrorisiert die Bevölkerung nun mit Anschlägen.

Maas besuchte 40 Kilometer von Mosul entfernt das Zeltlager Hasan Sham, in dem 3300 der insgesamt 1,8 Millionen Binnenflüchtlinge im Irak untergebracht sind. Die Camp-Betreiber klagen über mangelnde finanzielle Unterstützung. Falls es keine Hilfe gebe, müsse zum Jahreswechsel der Strom abgeschaltet werden, sagte Vian Rashid vom Krisenreaktionszentrum der kurdischen Regionalregierung. Maas sagte zu, Hilfe zu prüfen. Deutschland hat das Land seit 2014 mit 1,5 Milliarden Euro unterstützt und ist damit der wichtigste Geber neben den USA.

„Dieses Land befindet sich an einer Weggabelung, an der sich entscheiden wird, ob es in eine Zukunft mit Stabilität geht oder ob es weiterhin Unruhen geben wird“, sagte Maas. Zum Abschluss seines Besuchs besichtigte er das syrisch-othodoxe Kloster Mor-Mattai, eines der ältesten christlichen Klöster der Welt, und traf Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften. Die Frontlinie verlief vier Kilometer davon entfernt, das Kloster wurde aber von kurdischen Kämpfern geschützt und konnte nicht vom IS eingenommen werden.

~ WEB http://www.unesco.org/new/en/ ~ APA361 2018-12-19/14:27




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